In den letzten Wochen ging es hier immer wieder um Zero Waste an den unterschiedlichen Orten unseren Alltags. Heute geht es um Zero Waste im Arbeitsalltag, genauer um Zero Waste im Büro. Wie können wir unseren Arbeitsalltag nachhaltig gestalten?

Spielt Nachhaltigkeit und Müllvermeidung bereits eine Rolle in deinem Büro? Was brauchen wir um unsere Arbeit ökoligischer gestalten zu können? Geht der Arbeitsalltag auch komplett Zero Waste? Oder ist das papierlose Büro bereits alles? Was kann ich bewirken und wo brauche ich Unterstützung? Wie motiviere ich Kollegen gemeinsam unsere Büroarbeit neu zu denken.

Das sind ziemlich viele Fragen und ich weiß auch nicht ob ich sie alle beantworten könnte. Ich möchte dich heute mit diesem Artikel inspirieren und dir zeigen, dass Nachhalltigkeit nicht vor deiner Bürotüre halt machen muss.

Sehe die folgenden Punkte einfach als Inspiration und versuche sie Schritt für Schritt umzusetzen.

Zero Waste im Büro

Wie du anfangen kannst?

Überlege dir, welcher Müll in deinem Büro anfällt. Ist es nur Papier, leergeschriebene Stifte, Tacker und leere Kaffeekapseln? Welches Papier verwendet ihr?

In Büros werden Papier, Stifte und Tacker benutzt. Es wird Kaffee und Tee getrunken. Es wird kopiert, gescannt und gedruckt, telefoniert, gemailt und Post verschickt. Es werden Sms getippt, Apps verwendet, Daten abgelegt und archiviert. Jedes Büro braucht Strom, ausreichend Licht und ein gutes Raumklima. Vielleicht die eine oder andere Grünpflanze.

Es werden Meetings gehalten und hin und wieder stehen Geschäftsreisen an. Sanitäranlagen und eine Teeküche findest du auch in jedem Büro. Dann wären da noch die Finanzen, Versicherungen, die Büroreinigung, sinnvolle PC-Voreinstellungen, … und Überlegungen zur Anfahrt der Kollegen. Wie viele Kleinigkeiten habe ich jetzt noch vergessen zu erwähnen? Wahrscheinlich einige.

Und überall kannst du etwas ändern. Auch Kleinigkeiten bringen in der Summe schon viel. Und dass sind in jedem Büro und bei jedem einzelnen von uns andere Dinge die wir ändern können.

Aber was kommt dir als erstes in den Sinn wenn du an Büros und Zero Waste denkst? Bei mir ist es eindeutig Papier.

Jedes Jahr verbrauchen wir Deutschen ca. 250 kg Papier – jeder von uns. Glücklicherweise stieg der Einsatz von Altpapier zwischen 1990 und 2016 von 49% auf 75%. Das finde ich schonmal super, denn dadurch werden der Holz-, der Wasser- und der Primärenergieverbrauch gesenkt. Trotzdem haben wir immer noch einen sehr sehr hohen Papierverbrauch. Und die Druckfarben, Klebstooffe usw. beeinträchtigen die Recyclingfähigkeit des Papiers das wir entsorgen.

Zero Waste im Büro

Was tun? Wir sollten den Papierverbrauch senken und uns das papierlose Büro zum Ziel setzen. Ich muss zugeben, dass ich davon noch Meilen weit entfernt bin. Aber ich werde mich auch daran versuchen.

Ich bin auch schon gespannt wann es möglich ist Anträge, Pläne, Formulare usw. nur noch digital bei Ämtern einreichen zu können.

Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten Müll einzusparen. Im folgenden Liste ich dir Ideen, Vorschläge und Anregungen auf – vielleicht ist da ja der eine oder andere Punkt dabei und du kannst sofort loslegen und dein Büro Less Waste machen 😉

Zero Waste im Büro – Papierbedarf und Alternativen 

  • Was kann ich digital erledigen: Lesen, Schreiben, Ausfüllen und Versenden?
  • Was muss in Papierform abgelegt werden, was kann digital erfolgen?
  • Kann ich meine Notizen digital notieren?
  • Wie koordiniere ich Termine und ToDos digital?
  • Papier, kannst du wenn möglich, beidseitig bedrucken.
  • Die Rückseiten von alten Dokumenten oder Fehldrucke als Schmierpapier nutzen.
  • Geschreddertes Papier kann zum Verpacken genutzt werden.
  • Weihnachtsgrüße persönlich ausrichten oder digitale Weihnachtspost versenden statt per Post.
  • Statt Visitenkarten gegenseitig auszutauschen, Kontaktdaten einfach digital speichern.
  • Ungebetene Werbung in Briefkasten, Fax oder E-Mail-Postfach abbestellen.
Zero Waste im Büro

Zero Waste im Büro – Utensilien am Schreibtisch

  • Auffüllbare Stifte mit Patronen- oder Minenwechsel nutzen – beispielsweise auffüllbare Druckbleistifte.
  • Faserstifte auf Wasserbasis zum Wiederbefüllen.
  • Radierer aus einer Basis von Naturkautschuk wählen oder Kunststoffradierer ohne PVC.
  • Lösungsmittelfreie Kleber auf Wasserbasis, möglichst nachfüllbar verwenden.
  • Trennblätter, Ordner, Mappen, Heftstreifen, etc. aus 100% recyceltem Papier verwenden. Trennblätter lassen sich aus Altpapier/-karton schneiden.
  • Umweltfreundlichere Druckerpatronen verwenden, z.B. wiederverwendbar, auffüllbar.

Zero Waste im Büro – Versand organisieren

  • Was lässt sich digital versenden statt postalisch?
  • Möglichst Briefcouverts, Versandtaschen und Kartons wiederverwenden.
  • Alte Zeitungen oder geschredderte Fehldrucke als Verpackungsmaterial nutzen.
  • Packbänder aus Papier oder PVC-freiem Kunststoff wählen.
  • Briefumschläge ohne Fenster bevorzugen.

Zero Waste im Büro – Strombedarf und Einsparmöglichkeiten

  • Wenn möglich die Energiesparfunktion an Geräten aktivieren.
  • Multifunktionale Geräte wählen und gemeinsam nutzen, bspw. ein Drucker, der auch kopiert, faxt und scannt.
  • Lieber LEDs statt Glühbirnen.
  • Licht ausschalten, wenn keiner im Raum ist bzw. das Licht nicht gebraucht wird.
  • Lieber die Treppe nutzen statt den Aufzug.
  • Heizung und Klimaanlagen abhängig vom Wetter abschalten/drosseln, auch nach Feierabend.
  • Geräte zum Feierabend herunterfahren und Standby meiden.
  • Mehrfachsteckdosen nutzen um mehrere Geräte gleichzeitig ausschalten zu können.

Zero Waste im Büro – Voreinstellungen und energiesparen an PC und Handy

  • Mailen verbraucht Strom, auch deshalb sind kurze telefonische oder direkte Absprachen sinnvoller als langes hin und her Mailen. Das spart auch viele Nerven 😊
  • Als Suchmaschine auf den PC’s Ecoisa voreinstellen, statt Google. Ecosia arbeitet gemeinnützig und kompensiert Strom durch das Pflanzen von Bäumen.

Zero Waste im Büro – Einkauf von Bürobedarf

  • Einkäufe bündeln: Lieber selten mehr einkaufen, statt oft wenig. Vielleicht sogar viel bei einem Lieferanten einkaufen, statt wenig bei vielen – das spart Zeit, Verpackungsmüll und Emissionen.
  • Wenn ein lokaler Einkauf nicht möglich ist, kann bei nachhaltigen Online-Shops bestellt werden. Beispielsweise bei Memo.
  • Elektrogeräte mit geringem Stromverbrauch nutzen, auf Langlebigkeit setzen statt auf günstige Preise. Vielleicht findet ihr ja auch gebrauchte Geräte ggf. sogar inkl. Serivce.

Zero Waste im Büro – Organisation der Küche und Büroreinigung

  • Umstellung auf wenige Hausmittel die viele Putzmittel ersetzen, spart Müll, Geld und Zeit und schont die Umwelt. Ich würde Essig, Soda, Zitronensäure und ggf. Natron und pflanzliche Bio-Kernseife empfehlen.
  • Ihr könnt die Büroreinigung auch an externe Firmen vergeben, die mit Putzmitteln entsprechend nachhaltiger Kriterien arbeiten.
  • Verzicht auf Einweg-Küchentücher, lieber waschbare Lappen bereitstellen.

Zero Waste im Büro – Schaffen eines angenehmen Raumklimas

  • Regelmäßig Stoßlüften.
  • Im Sommer lieber Ventilatoren (oder ein kühles Fußbad) einsetzen statt Klimaanlagen.
  • Pflanzen in den Zimmern verteilen, sie unterstützen eine angenehme Luftfeuchtigkeit und die Behaglichkeit (Wie wäre es mit Zimmerlinde, Papyrus-Pflanzen, Nestfarn, Zypergras und Grünlilie?).

Zero Waste im Büro – Müllvermeidung, Weiterverwendung und Entsorgung

  • Müll richtig trennen und ausreichend Behälter dafür bereit haben.
  • Wenn möglich Dinge erstmal weiterverwenden anstatt sie gleich wegzuwerfen.
  • Elektrogeräte und Möbel möglichst reparieren oder weiternutzen bevor sie entsorgt werden.

Zero Waste im Büro – Die Sanitäranlagen

  • Lieber feste statt flüssige Seife nutzen.
  • Auf Papierhandtücher verzichten und Stoffhandtücher aufhängen.
  • Recyceltes Toilettenpapier verwenden.

Zero Waste im Büro – Die Wahl der Büroeinrichtung

  • Büromöbel wenn möglich gebraucht kaufen.
  • Beim Neukauf auf Siegel und Hinweise achten. Sind die Möbel wirklich nachhaltig, fair, bio usw. hergestellt? Oder einen lokalen Schreiner unterstützen.

Zero Waste im Büro – Präsentationen halten

  • Energieeffizienter Beamer einsetzen.
  • Statt Papier-Handout lieber eine pdf-Datei verschicken.
Zero Waste im Büro

Zero Waste im Büro – Arbeitswege nachhaltiger machen

  • Lieber mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren statt mit Auto, Bus und Bahn.
  • Vielleicht Carsharing nutzen und den eigenen PKW abschaffen.
  • Fahrgemeinschaften mit Kollegen bilden.
  • Kaffee-To-Go-Becher oder Flaschen von zuhause gefüllt mit auf den Weg nehmen oder unterwegs auffüllen lassen.

Nachhaltig Snacken und die Zero Waste Mittagspause

  • Packe selbstgekochte Gerichte oder Reste vom Vortag ein. Gemüse und ein Hummus-Brot können auch sehr lecker sein.
  • Oder kocht gemeinsam – in manchen Büros ist das möglich.
  • Obst und Gemüse lässt sich in den vielen Lebensmittelgeschäften und auf Märkten unverpackt kaufen.
  • Wenn du einmal weiß wie, kannst du ganz leicht auch unterwegs Zero Waste vespern. Dein Lunch in deiner Edelstahl-Dose, inkl. Besteck und Stoffserviette. Auf Plastik kannst du so verzichten.
  • In der Kantine kein Fleisch mehr essen, auf Bio-Lebensmittel achten und Einwegverpackungen vermeiden.

Zero Waste Kaffeepause

  • Wie wäre es mit fair gehandelte Kaffeebohnen von einer lokalen Rösterei?
  • Und loser Tee in Bioqualität statt einzelnen Teebeutel?
  • Ihr braucht Kekse für Meetings? Wie wäre es mit Großpackungen, statt einzeln verpackter Kekse?
  • Mehrwegflaschen vom Getränkehändler aufstellen, statt Einwegflaschen. Oder einfach gleich Leitungswasser trinken.
  • Zucker und Milch (gerne auch Pflanzenmilch) frisch bereit stellen und nicht in Kleinstportionen einzeln verpackt anbieten.
  • Stoff- statt Papierservietten anbieten.

Fazit

Ich weiß, dass es nicht leicht sein muss, alle diese Tipps umzusetzen. Aber wie gesagt, fang einfach im Kleinen an – vielleicht machen deine Kollegen mit und ihr könnt gemeinsam mehr bewegen. Aber es ist unglaublich wichtig, dass wir überhaupt anfangen und das Thema Nachhaltigkeit nicht vor uns herschieben. Du wirst sehen, kleine Schritte werden deinen Kollegen auffallen und du wirst sie dazu inspirieren mitzumachen und sie für das Thema sensibilisieren.

Zusammenfassend kann man sagen, dass all die Tipps die ich dir oben gegeben habe auf diese wenigen Punkte zusammengefasst werden können:

  • Minimaler Materialeinsatz
  • Minimale Emissionen
  • Lebensdauer von Geräten und Einrichtung
  • Meiden von Schad- und Problemstoffen
  • Auf Recyclingfähigkeit achten
  • Einsatz von Recyclingmaterialien  


Hast du bereits ein paar der Tipps in deinem Büro verändern können? Wie sieht es bei dir im Home Office aus?

Quellen: