Kein Unverpackladen in der Nähe? Keine Wochenmärkte und alles ist nur mit dem Auto erreichbar? Keine Straßenbahn und zu viele Hügel für regelmäßige Fahrten mit dem Rad? Nachhaltigkeit auf dem Dorf scheint unmöglich zu sein.

Die Frage wie Nachhaltigkeit in ländlichen Regionen bzw. „auf dem Dorf“ funktionieren kann hat mich eine Followerin von euch gefragt. Daraufhin habe ich eine kleine Umfrage auf Instagram gestartet und eure Ideen und Erfahrungen dazu gesammelt und in Themenbereiche zusammengefasst.

Es stimmt, Unverpacktläden und Wochenmärkte gibt es kaum auf dem Land. Stattdessen gibt so viele gute andere Möglichkeiten Ressourcen einzusparen, weniger Müll zu produzieren, sich vegan zu ernähren, Secondhand oder Fair Fashion einzukaufen. Ich zeige euch wie Nachhaltigkeit auf dem Dorf funktionieren kann.

Unverpackt einkaufen ohne Unverpacktladen

Sehr viel Müll fällt beim Einkauf von Lebensmitteln an. Wenn du einen ersten Schritt in Richtung Zero Waste bzw. Müllvermeiden gehen willst, ist es sinnvoll möglichste viele Lebensmittel und Alltagsgegenstände Müllfrei einzukaufen.

Der einzige Trick an der Sache mit dem Unverpackt einkaufen ohne Unverpacktladen ist, zu wissen wo ihr was (möglichst verpackungsarm) bekommen könnt. Beim Einkauf in örtlichen Supermarkt könnt ihr beispielsweise darauf achten nur die Lebensmittel einzukaufen die unverpackt oder in Papier verpackt sind.

Obst und Gemüse bekommt ihr beim Biobauern im Dorf unverpackt, genauso wie Brot und Brötchen beim Bäcker.

Noch mehr Ideen wie ihr auf dem Dorf unverpackt einkaufen könnt, könnt ihr hier nachlesen.

Einkaufen für die gesamte Woche inkl. Essensplanung

Je näher der Supermarkt umso öfter geht man darin einkaufen. Geht es euch auch so? In den letzten Jahren bin ich immer wieder umgezogen und habe dieses Phänomen bei mir sehr deutlich erkannt.

Wir versuchen dem inzwischen entgegenzuwirken. Wir überlegen uns für welche Mahlzeiten in den nächsten Tagen wir Lebensmittel einkaufen müssen, überlegen was wir kochen wollen und schreiben sie uns in eine To Do App auf. Eingekauft wird dank diesem prinzip nicht mehr täglich – das spart Zeit, Geld, unnötige Fahrten und Verpackungen. Und uns gehen seitdem weniger Lebensmittel kaputt.

Sagt euch Capsule Pantry etwas? Dieser Trend geht genau in dieselbe Richtung. Mehr zum Thema Capsule Pantry habe ich euch mal hier aufgeschrieben.

Lebensmittel lagern

Nachdem Großeinkauf einmal die Woche gilt es die Lebensmittel so zu lagern, dass sie möglichst lange frisch bleiben.

Während wir in der Stadt keinen Keller und kaum Lagermöglichkeiten haben, gehört zu den Wohnungen auf dem Land oft ein Keller und eine Speisekammer dazu.

Gemüse und Obst selber anbauen

Die Möglichkeit eigenes Gemüse und Obst im grünen Garten, einfach gebauten Hochbeet oder warmem Gewächshaus anzubauen und zu ernten habt ihr auf dem Land öfter als in der Stadt. Auch einen kleinen Schrebergarten zum eigenen Anbau findet ihr schneller als in den Randgebieten der großen Städte.

Tipps für den eigenen Anbau von Gemüse und welche Gemüsesorten besonders für Anfänger geeignet sind hat Viktoria in diesem Beitrag beantwortet.

Nachhaltige Mode

Nachhaltigkeit in der Mode bedeutet für mich nur noch Secondhand und Fair Fashion zu kaufen, aber auch der bewusste Konsum und die Investition in langlebige Teile steht im Vordergrund.

Ein paar Mal im Jahr in die Stadt zufahren und dann dort gezielt nach Fair Fashion und Secondhandkleidung zu suchen die man wirklich braucht funktioniert auch für euch, die auf dem Land leben. Eure Fahrt in die Stadt lässt sich sicher auch noch mit anderen besonderen Erledigungen verbinden.

Vegane Ernährung auf dem Land

Vegane Gerichte selber kochen ist auf dem Land genauso einfach wie in der Stadt. Vegane Angebote auf der Speisekarte genauso wie rein vegane Hipster Restaurants gibt es jedoch nur vereinzelt. Die könnt ihr mit der Happy Cow App ausfindig machen.

Nachhaltigkeit auf dem Dorf

Nachhaltigkeit auf dem Dorf: Was ich einfacher finde auf dem Dorf bzw. am Landleben

  • Weniger Ablenkung durch Konsum/Angebote
  • Sammeln von Beeren, Blüten usw. in Sträuchern und Hecken in der nahen Natur
  • Mehr Platz in Keller oder Speisekammer um Lebensmittel einzukochen und gut zu lagern.
  • Einen Biobauernhof im Hofladen in der Nähe
  • Halten von Hühnern und Imkern für den Eigenbedarf (wenn ihr das wünscht)

Das sind meine Gedanken und Tipps zur Nachhaltigkeit auf dem Dorf. Habt ihr noch mehr Ideen und Erfahrungen die den nachhaltigen Alltag auf dem Dorf möglich machen?

Nachtrag (Input von euch):

  • Ein weiterer Vorteil für den nachhaltigen Alltag auf dem Dorf: Einen eigenen Kompost im Garten zu haben und Küchenabfälle selber zu kompostieren und damit dann Beete und Sträucher zu düngen.

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