Wir haben es alle täglich in der Hand, in unserer Umgebung und kaufen es wahrscheinlich täglich ein. Plastik. Wir produzieren, brauchen und verbrauchen eigentlich viel zu viel davon. Aber warum ist Plastik so schlecht? Warum heißt es jetzt überall „plastikfrei“?

Was genau ist Plastik?

Der Begriff Plastik ist bekannt und wenn ich von Plastik rede weißt du sofort was ich meine. Chemisch gesehen handelt es sich um einen Werkstoff aus Makromolekülen – nichts Schlechtes. Jeder kann genau genommen Plastik selber herstellen. Und auch Erdöl, aus dem viele Kunststoffe hergestellt werden, ist ein reines Naturprodukt.

Erdöl entsteht, weil kleine Lebewesen nach ihrem Absterben im Laufe von vielen Millionen Jahren unter dem Druck der Ablagerungen (chemisch) zu Erdöl umgewandelt werden. Klingt alles sehr nach Natur und vollkommen positiv. Die Förderungsarten von Erdöl dagegen sind sehr umstritten.

Kunststoffe bzw. Plastik als solches, kommt auf unserem Planeten nicht vor. Einer der größten Vorteile des Materials ist nämlich seine Langlebigkeit. Und das merken wir inzwischen auch wenn wir uns umschauen. Über all ist Plastik drin. In unserer Kosmetika, in unseren Häusern, unseren Kleidungsstücken und unseren Einrichtungsgegenständen. Unsere Lebensmittel sind darin verpackt und auch unsere Natur ist inzwischen voll davon.

Einerseits wollen wir es, weil es unser Leben so sehr gewandelt hat – auch ins Positive (Gebäude, Verkehrsmittel, Handy, Computer, Kleidungsstücke und Schuhe sind ohne Plastik nicht denkbar). Aber andererseits macht es uns auch Angst und wir wollen es loswerden. Denn bei der Produktion von Plastik entstehen giftige Gase. Und bei der Verbrennung von Plastikmüll gelangen diese giftigen Chemikalien in die Umwelt. Auch die beschränkte Verfügbarkeit von Erdöl spricht gegen den Rohstoff Plastik.

Würden sich alle Kunststoffe mit einem Schlag in Nichts auflösen, würden wir in einem Trümmerhaufen stehen. Was können wir tun?

Wir können unseren Plastik-Konsum in den Bereichen eingrenzen, wo andere Materialien ihren Zweck genauso gut erfüllen.

Fakten zu Plastik und Mikroplastik

Plastik – Es landet im Meer – und letztendlich auf deinem Teller.

Es fing alles schon vor ein paar Jahren an. In der Zeitung las ich von einem rießigen Plastikteppich im Meer und war geschockt. Inzwischen weiß ich mehr darüber und weiß, dass auch unsere Gewässer mit Plastik verseucht sind.  Durch Reibung und Witterung zersetzen sich die größeren Plastikteile in kleinere Plastikstücke bis sie „Mikroplastik“ sind.

Über Mikroplastik.

Als Mikroplastik werden feste und unlösliche synthetische Polymere (Kunststoffe) bezeichnet, die kleiner als 5 Millimeter sind.

Die Kosmetikindustrie verwendet unterschiedliche Kunststoffe, auch Mikroplastik, in ihren Produkten. Diese Kunststoffe können im Wasser quellbar oder auch löslich sein. Sie dienen beispielweise als Bindemittel, Filmbilder oder Füllstoff und keiner weiß wie und ob sich die flüssigen Kunststoffe auf die Umwelt auswirken.

Und ein nachträglichen Entfernen aus der Umwelt ist nicht möglich. Denn die Kunststoffe in den Kosmetikprodukten gelangen ins Abwasser und können von den Kläranlagen nur teilweise herausgefiltert werden. Alles was im Wasser bleibt gelangt ungehindert in Flüsse und Ozeane.

Die Kunststoffe, egal ob flüssig oder sehr sehr klein, werden dann (in den Flüssen und Meeren) von Meeresorganismen gefressen, an ihnen bleiben Gifte haften und sie sind nicht mehr aus der Umwelt zu entfernen. Kunststoffe wurden bereits in Fischen, Seehunden und Muscheln gefunden, weil sie mit der Nahrung aufgenommen werden.

Und wenn du jetzt denkst: Glück gehabt, ich esse keinen Fisch, dann muss ich dich enttäuschen. Auch in unserem Grundwasser sind bedenkliche Anteile an Mikroplastik gefunden worden. In DEINEM TRINKWASSER.

Das Mikroplastik gelangt durch das Grundwasser in den ewigen Kreislauf und somit in alles, was in der Natur wächst.

Und es wird noch schlimmer.

Dieses wundervolle Mikroplastik ist überall enthalten. In deiner Kosmetik. In deiner Funktions-Fleece-Klamotte. In den Mikrofasertüchern in deinem Putzschrank. Und jedes Mal, wenn du dir dein Nivea-Peeling vom Gesicht wäschst, landet es im Grundwasser. Auch, wenn du deine Synthetik-Sport-Kleidung wäschst. Kleinste Partikel lösen sich und lassen sich von den Klärwerken nicht mehr herausfiltern und verteilen sich munter in der Umwelt.

Und was machen wir jetzt gegen das Plastik?

Ehrlich gesagt würde ich manchmal am liebsten alles einfach nur hinschmeißen. Es macht doch gar keinen Sinn, dass ich jetzt Plastik faste und keinen Müll mehr produzieren will.

Und doch versuche ich Mut zu fassen. Ja, es macht einen Unterschied – auch wenn ich alleine bin.

Weil ich mit meinen Taten vielleicht andere ein bisschen inspiriere über das Thema nachzudenken. Und nachdenken schafft so viel in den Köpfen der anderen Menschen. Sie achten mehr darauf, ob sie wollen oder nicht.

Und ich glaube nicht, dass wir Plastik komplett aus unserem Leben verbannen sollten. Ich glaube, dass wir Plastik in den Bereichen ersetzen sollten für die wir genauso gute Alternativen zur Verfügung haben.

Was das Mikroplastik angeht: Ich glaube in den meisten Fällen brauchen wir es nicht. Daher sollten wir wirklich versuchen so gut es möglich ist darauf zu verzichten. Und ja, es gibt Peelings auch ohne Plastik.

Und ich glaube, dass wir Plastik als das betrachten sollten das es ist: Ein langlebiges Material. Wir dürfen es nicht mit unserem Wegwerf-Konsum verwechseln sondern sollten die Teile, die wir aus Kunststoff besitzen auch so lange benutzen, recyceln und weiterverwenden wie es möglich ist.

Weitere interessante Seiten, Blogs, Filme & Dokus zum Thema: 

Meine Quellen bei der Recherche zu diesem Blogpost: