Vor ziemlich genau fünf Jahren ist die Rana Plaza, ein neunstöckiges Gebäude, in dem sich fünf Textilfabriken befanden, eingestürzt. Dabei kamen 1.138 Menschen ums Leben. Tausende wurden verletzt – viele davon schwer. Das war das bis dahin größte Unglück in der Textilindustrie steht dabei immer noch wie ein Symbol für die unwürdigen Arbeits- und Sicherheitsbedingungen in der gesamten Textil-, Kleider- und Schuhindustrie weltweit. Dass dieses tragische Ereignis nicht “so weit weg” von uns ist, bekannte Labels wie z.B. Mango, Inditex (Zara & Co.), Primark und Kik haben dort Kleidung herstellen lassen. 

Seit inzwischen fast 1,5 Jahren habe ich keinen dieser Läden mehr besucht. Der Film “The True Cost” hatte mich überzeugt und mich daran erinnert was damals vor fünf Jahren passiert ist. Ich bin nicht perfekt. Aber ich glaube es ist wahnsinnig wichtig, dass wir das nicht vergessen.

Die Fashion Revolution Week

Fashion Revolution hat es sich zur Aufgabe gemacht, jährlich (und auch unter dem Jahr) mit Aktionen und Kampagnen an dieses Ereignis zu erinnern und Labels zu Fragen, wer die Kleidung herstellt und unter welchen Bedingungen das passiert.

Ich weiß, dass jeder einzelne von uns etwas dazu beitragen kann, dass so ein Unglück nicht noch einmal passiert. Das die Näherinnen ein menschenwürdiges Leben führen können, das die Arbeitsbedingungen verbessert werden, das die Fabriken sicher (und nicht einsturzgefährdet sind).

Wir müssen umdenken.Punkt!

Jeder von uns kann Marken unterstützen, die da nicht mitmachen und versuchen ihre Mitarbeiter, Näherinnen und Liederanten anständig zu bezahlen. Wenn nicht wir in Europa bzw. der “westlichen” Welt, wer sonst sollte sich fair bezahlte Kleidung leisten können?

Fair Fashion

5 Dinge, die wir tun können

1. Aktion der Fashion Revolution: Informiere dich über Fair Fashion

Informiert euch und lasst euch inspirieren – mittlerweile gibt es SO viele Fair Fashion Blogs und wirklich tolle Artikel zu dem Thema. Schaut zum Beispiel mal bei meinen Bloggerkolleginnen vorbei!

In meinen Ressourcen findest du viele Fair Fashion Labels. In vielen Fällen ist auch Secondhand Mode eine gute Wahl.

Filme, die mich überzeugt haben:

The True Cost Movie (auch auf Netflix)
Plastic Planet
A Plastic Ocean (auch auf Netflix)

2. Aktion der Fashion Revolution: Weiß um das Thema Greenwashing bescheid

Wichtig ist es auch sich beim Thema Nachhaltigkeit nicht täuschen zu lassen. Klar kann nicht jeder von uns jeden Schritt der Produktion eines neues T-Shirts beobachten und durchleuchten. Faire Herstellung und Produktion basiert auf Vertrauen. Vertrauen in die Fair-Fashion-Labels, in die Siegel und in die Händler. Mehr zum Thema Vertrauen in der Fair-Fashion-Welt haben die Jungs von Rethinknation in diesem Video auf Youtube gesagt.

Aber trotzdem müssen wir kritisch sein. Wenn eine Firma nur suggeriert, ihre Produkte seien nachhaltig und “eco”, betreibt sie Greenwashing. Auf dem Nicetohavemag findet ihr hier einen sehr guten Artikel, der dieses Thema genau erklärt. Hat das Kerngeschäft generell nichts mit Nachhaltigkeit oder ähnliches zu tun, muss man die Eco-Werbung erst recht hinterfragen.

Passend dazu auch Maddies (DariaDaria) Blogpost zum Thema H&M und “Conscious” Collection. Und dieser Greenwashing-Artikel im Lexikon der Nachhaltigkeit beschreibt das Thema auch sehr gut. Auf Utopia kannst du dir ein paar Greenwashing-Beispiele ansehen.

Niemand ist perfekt und wenn sich jemand in einem Bereich Mühe gibt, muss man nicht gleich erwarten, dass die- oder derjenige sofort zu Mutter Theresa mutiert

3. Aktion der Fashion Revolution: Transparenz fordern

Gemeinsam mit dem Hashtag #whomademyclothes können wir auf Social Media die Marken taggen, die wir tragen. Damit fragen wir direkt, wer euren Pulli/ eure Hose/ eure Schuhe hergestellt hat. Transparenz ist das Stichwort. Das ist der erste Schritt in Richtung Umdenken in der Textilindustrie.

4. Aktion der Fashion Revolution: Nehme an der Fashion Revolution Week teil

Bis Samstag gibt es auch offline viele verschiedene Aktionen und Events in ganz Deutschland (aber auch Europa- und weltweit), auf die ich euch aufmerksam machen will.

5. Aktion der Fashion Revolution: Diskutieren und darüber sprechen

Apropos: Diskutiert und fragt auch offline rum – mit Bekannten und Freunden, aber auch vor Ort in Einkaufsläden. Je höher die Nachfrage nach transparent hergestellter Kleidung ist, desto besser! Es geht nicht darum, dass keine Kleidung mehr in Billiglohnländern wie Bangladesch hergestellt wird, sondern auf welche Art und Weise. Marken wie People Tree zeigen, dass eine bewusste, faire und nachhaltige Zusammenarbeit möglich ist.

Und natürlich gibt es noch mehr Möglichkeiten aktiv zu werden und die Fashion Revolution zu supporten, wie genau seht ihr hier!

Fashion Revolution Week

Und wenn die Fair Fashion Week vorbei ist?

Kaufe bewusster

Versuche Impulskäufe zu vermeiden und informiere dich schon vor dem Einkauf, welche Marken/Shops dieses Produkt anbieten und es unter fairen Bedingungen hergestellt wurde. Achte auf Gütesiegel, wie z.B. von der FairWear Foundation oder kaufe regional produzierte Produkte.

Qualität anstatt Quantität

Achte beim Kauf von neuen Kleidungsstücken auf gute Qualität (Stoff und Verarbeitung). Der Trend geht immer mehr zu dünnen und leichten Stoffen – die gehen aber natürlich schneller kaputt. Kaufe lieber weniger in guter Qualität!

Tausche, upcycle und kaufe Second Hand

Besuche oder veranstalte eine Kleidertauschparty- mit Freunden oder öffentlich, wie du magst. Upcycle dein altes T-Shirt oder deine Hose und mache eine Tasche oder etwas anderes daraus. Anleitungen dazu findest du bestimmt im Internet. In Second Hand Läden oder auf Kleiderkreisel gibt es oft schicke Unikate, die deinen Kleiderschrank aufpeppen.

Sprich darüber

Erzähle von Fair Fashion! Obwohl das Thema von Billiglöhnen und Ausbeutung in der Textilbranche heutzutage immer wieder in Fernsehen, Print- und Onlinemedien präsent ist, denken viele Menschen noch nicht wirklich darüber nach. Sie verdrängen es. Frag Sie mal, wie sie es sich vorstellen, wie ein Shirt für 3€ unter fairen Bedingungen produziert werden kann?

#whomademyclothes – das ganze Jahr!

Hinterfrage bei deiner Lieblingsmarke die Arbeitsbedingungen. Je mehr Menschen sich für das Thema interessieren und sich für die Menschen stark machen, desto mehr werden die Fast Fashion Labels unter Druck gesetzt und werden (hoffentlich so schnell wie möglich) ihre Arbeitsbedingungen anpassen.

Habe ich dich motivieren können, auch etwas zu ändern und auf Secondhand/ Fair Fashion umzusteigen? Oder wenigsten an einer der vielen Fashion Revolution Week – Aktionen teilzunehmen?