Fair Fashion Labels gibt es immer mehr. Für Fair Fashion Einsteiger ist es fast unmöglich den Durchblick zwischen den Labels zu behalten. Darum möchte ich euch heute diesen Guide mitgeben, die euren Einstieg in die Fair Fashion Welt erleichtern.

Ihr als Fair Fashion Anfänger wisst genau, warum ihr auf nachhaltige, fair produzierte Mode umsteigen wollt. Falls ihr euch über eure Gründe noch nicht ganz im klaren seid oder einfach noch mehr Hintergrundinfos lesen wollt schaut euch mal diesen Artikel an. Dort gehe ich nochmal ausführlich auf die Gründe gegen Fast Fashion und für Fair Fashion ein.

Auf was ihr bei eurem ersten Fair Fashion Kauf achten solltet?

Bevor ihr jetzt anfangt, statt Fast Fashion genauso viel Fair Fashion zu kaufen, muss ich euch kurz abbremsen.

Der erste Schritt zu eurem nachhaltigen Kleiderschrank führt nicht in ein Fair Fashion Geschäft.

Schritt 1: Umdenken und Infrage stellen des eigenen Kleiderkonsums

Bei mir gab es den EINEN Moment, in dem ich beschlossen habe, keine Fast Fashion Mode mehr zu konsumieren und generell meinen Kleiderkonsum infrage zu stellen. Der Film „The True Cost“ hat mich enorm beeindruckt (große Empfehlung!) und dazu gebracht. Dort seht ihr auch welche ökologischen und sozialen Schäden durch die Fast Fashion Industrie entstehen (Ausbeutung der Näherinnen in den stickig heißen Nähfabriken in Bangladesch, Ableitung von giftigen Chemikalien in lokale Gewässer, usw.). Vor 4 Jahren habe ich diesen Film gesehen und mein bisheriges Handeln (Fast Fashion Konsum) infrage gestellt und umgedacht.

Genau so solltet ihr auch vorgehen: Ihr solltet eurer bisheriges Handeln im ersten Schritt reflektieren, Infrage stellen und dann Umdenken und neu Handeln.

Allen „Weltverbesserungs-Vorsätzen“ zum Trotz hilft es natürlich nichts, wenn wir unseren Worten keine Taten folgen lassen. Darum jetzt zu Schritt 2:

Schritt 2: Kleiderschrank ausmisten.

Bevor du ihr überlegt, neue Fair Fashion Kleidung zu kaufen, solltet ihr erstmal schauen welche Kleidung ihr bereits habt. Macht eine Bestandsaufnahme eurer aktuellen Kleiderschranksituation.

Bei mir: Ich hab erstmal den Großteil meiner Kleidung aussortiert. Einen Teil davon habe ich anschließend auf Kleiderkreisel verkauft und den Rest gespendet.

Tipp: Achtet beim Weggeben eurer Kleidung auch unbedingt darauf, wem ihr eure Kleidung gebt. Gerade „von“ Kleidercontainern werden wir oft „hinters Licht geführt“.

Um das Aussortieren zu Erleichtern stelle ich mir immer folgende Fragen:

  • Trage ich das Kleidungsstück gerne?
  • Brauche ich das Kleidungsstück wirklich?
  • Wie zeitlos ist das Kleidungsstück?
  • Wie gut kann ich es mit anderen Kleidungsstücken kombinieren?

Diese Fragen haben mir dabei geholfen, konsequent in meinen Entscheidungen zu sein und zu so vielen Kleidungsstücken Adieu sagen zu können.

Schritt 3: Second-Hand, Kleidertausch und Kleidung leihen

Als zweiten Schritt empfehle ich euch, den konventionellen Shoppinggedanken zu vergessen. Wir müssen nicht jedes Wochenende in überfüllten Einkaufszentren verbringen, um glücklich und erfüllt zu sein. Ganz im Gegenteil.

Seitdem ich nicht mehr konventionelle Kleidung einkaufe, habe ich neue Möglichkeiten entdeckt Kleidung zu finden.

Mittlerweile liebe ich es, auf Flohmärkten und in Secondhand-Läden unterwegs zu sein. Vor allem sogenannte Nachtflohmärkte haben es mir angetan, weil man dort abends in cooler Atmosphäre durch tolle Kleidungsstücke stöbern kann.

Aber auch Kleidertauschparties mit Freundinnen und der Familie könnt ihr einfach organisieren. Dabei bringt jeder die Kleidung mit, die man schon länger nicht mehr trägt und tauscht sie gegen ein anderes Kleidungsstück aus.

Second-Hand Plattformen, wie Kleiderkreisel, bieten euch eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit, günstig Kleidung zu kaufen und eigene Kleidung zu verkaufen. Genau damit bin ich damals in die Nachhaltigkeit gestartet.

Eine etwas speziellere Form des Kleiderkonsums sind Webseiten, wie die Kleiderei oder Kleiderrebell, wo du Kleidung für einen bestimmten Zeitraum leihen bzw. mieten kannst, anstatt die Kleidungsstücke zu kaufen.

Schritt 4: Das 80:20-Prinzip 

Nachdem du deinen Kleiderschrank ausgemistet hast und vielleicht neue Alternativen zum herkömmlichen Shoppen für dich entdeckt hast, ist es an der Zeit, ein bisschen tiefer in das Thema Fair Fashion einzusteigen.

Für mich gilt in Bezug auf nachhaltige Mode quasi das 80:20 Prinzip. 80% meiner Kleidung ist Second-Hand oder Kleidung, die ich schon lange besitze (oder ertauscht habe). Etwa 20% kaufe ich neu und nur, wenn sie fair und nachhaltig produziert wurde.

Warum ich das so mache? Aus finanziellen und ökologischen Gründen.

Für mich ist Second-Hand Mode nach wie vor die nachhaltigste Form, Kleidung zu konsumieren, weil bereits getragene Kleidung schon im Kreislauf ist und ihr durch den Kauf und die anschließende Weiterverwendung den Lebenszyklus der Kleidungsstücke verlängert.

Fair Fashion ist zwar ökologisch und sozial korrekt hergestellt, verbraucht aber natürlich neue Ressourcen und ist einfach wesentlich teurer als Second-Hand Mode.

Schritt 5: Fair Fashion kaufen.

Es ist dir schon aufgefallen: Fair Fashion ist (noch) nicht so weit verbreitet wie herkömmliche Mode. Wenn überhaupt gibt es wahrscheinlich in deiner Stadt nur zwei oder drei Läden, die nachhaltige Mode anbieten.

Offline Fair Fashion kaufen

Hier in Karlsruhe ist es genauso. Deshalb informiere ich mich immer bevor ich in eine neue Stadt gehe, ob und wo es dort Fair Fashion zu kaufen gibt.

Marisa vom Blog myfairladies hat eine tolle Fair Fashion Shopping Map zusammengestellt, auf der ihr europaweit sehr viele Läden findet, die nachhaltige Mode anbieten.

Fair Fashion Kauf – Checkliste:

Entscheidet ihr euch für den Kauf eines Fair Fashion Kleidungsstückes, empfehle ich euch nochmal kurz inne zuhalten und die folgenden Punkte der Checkliste durchzugehen:

  • Braucht ihr wirklich ein neues Kleidungsstück?
  • Welche Siegel trägt das Fair Fashion Kleidungsstück? Meinen Siegel-Guide könnt ihr hier herunterladen.
  • Ist es aus Bio-Rohstoffen hergestellt?
  • Könnt ihr euer neues Kleidungsstück mit vielen anderen Kleidungsstücken kombinieren, die ihr bereits im Kleiderschrank habt?
  • Passt euch das Kleidungsstück richtig gut?

„Mit dem Kauf eines einzigen Baumwoll-T-Shirts aus biologischer Baumwolle bewahrt man rund sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und Kunstdünger.“

Fair Fashion Einsteiger Hacks

Zum Schluss möchte ich euch noch meine drei kleinen Fair Fashion Hacks mitgeben, die mir und jetzt auch euch dabei helfen, auf eine clevere Art und Weise unsere Kleiderschränke nachhaltig zu verwandeln.

Fair Fashion Hack #1: Kaufe Fair Fashion im Sale

Wenn ich ein neues Kleidungsstück brauche, weiß ich das meistens schon seid Wochen. Ich habe eine Liste im Handy. Dort schreibe ich mir das Kleidungsstück auf. Sammle quasi meine Wünsche.

Mit der Kaufentscheidung lasse ich mir ein paar Wochen Zeit. Zum Ende der Saison schlage ich dann im Fair Fashion Sale zu. Meist bekommt man dann das Kleidungsstück zu einem reduzierten Preis.

Fair Fashion Hack No. 2: Kaufe Fair Fashion Basics

Gute Fair Fashion Basics halten ewig! Gerade wenn man in das Thema faire Mode neu einsteigt, stellt man sich ja oft die Frage: Wo soll ich anfangen?

Ich habe damit angefangen, mir Basics zuzulegen, wie beispielsweise eine Longsleeve, Unterwäsche, Tops oder T-Shirts, die sowohl neutral in ihren Farben und Schnitten sind.

Besondere, trendige Teile kaufe ich Secondhand (meine Hauptquelle war und ist dafür Kleiderkreisel).

Fair Fashion Hack No. 3: Fair Fashion Labels finden

Und zum Schluss habe ich noch eine wachsende Label Übersicht für euch. Darin findet ihr viele verschiedene Fair Fashion Labels, die mir über den Weg gelaufen sind.

Wie fangt ihr konkret an euren Kleiderschrank in Nachhaltigkeit zu verwandeln?


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