Fair Fashion Labels gibt es immer mehr. Vor allem Fair Fashion Einsteiger haben es schwer sich durch die vielen unterschiedlichen Labels zu wühlen. Ich werde dir Tipps an die Hand geben, wie du als Einsteiger schnell die richtigen Labels und die richtigen Fair Fashion Teile findest:

Warum du auf Fair Fashion Kleidung umsteigen und kein Fast Fashion mehr kaufen solltest weißt du schon, sonst wärst du ja nicht hier gelandet – falls du dich jetzt trotzdem fragst was ich mit Fast Fashion meine, kannst du gerne einen Blick in diesen Artikel werden. Dort habe ich dir das alles nochmal genauer beschrieben.

Auf was du bei deinem ersten Fair Fashion Kauf achten solltest?

Bevor du jetzt damit anfängst, statt Fast FAshion genauso viel Fair Fashion zu kaufen, muss ich dich kurz abbremsen.

Der erste Schritt zu einem Nachhaltigen Kleiderschrank führt nicht in ein Fair Fashion Geschäft.

Schritt 1: Umdenken und Infragestellen des Kleiderkonsums.

Es gab bei mir den EINEN Moment, in dem ich beschloss, keine Fast Fashion Mode mehr zu konsumieren und generell meinen Kleiderkonsum infrage zu stellen. Der Film „The True Cost“. Dieser Film stellt ziemlich beeindruckend und deutlich dar, welche ökologischen und auch sozialen Schäden durch die Fast Fashion Industrie verursacht werden. Das reicht von der Ausbeutung von den Näherinnen in den stickig heißen Nähfabriken in Bangladesch, bis hin zur Ableitung von giftigen Chemikalien in lokale Gewässer. Durch diesen Film ist mir deutlich bewusst geworden, dass ich etwas verändern musste. Das war vor fast 3 Jahren.

Allen Weltverbesserungsvorsätzen zum Trotz hilft es natürlich nichts, wenn man seinen Worten keine Taten folgen lässt. Deshalb geht es jetzt mit Schritt zwei weiter.

Schritt 2: Kleiderschrank ausmisten.

Bevor du dir überlegst, wie du zukünftig seinen Kleiderkonsum nachhaltiger gestalten willst, ist der erste Schritt erst einmal eine Bestandsaufnahme deiner aktuellen Kleiderschranksituation. Bei mir sah das dann so aus, dass ich den Großteil meiner Kleidung aussortiert habe. Einen Teil davon habe ich anschließend auf Kleiderkreisel verkauft und den Rest gespendet.

Achte beim Weggeben deiner Kleidung auch unbedingt darauf, wem du deine Kleidung gibst. Gerade „von“ Kleidercontainern werden wir sehr oft hinters Licht geführt. Ich habe mir beim Aussortieren meiner Kleidung immer folgende Fragen gestellt:

  • Trage ich das Kleidungsstück gerne?
  • Brauche ich das Kleidungsstück wirklich?
  • Wie zeitlos ist das Kleidungsstück?
  • Wie gut kann ich es mit anderen Kleidungsstücken kombinieren?

Diese Fragen haben mir wirklich dabei geholfen, konsequent in meinen Entscheidungen zu sein und so vielen Kleidungsstücken Adieu zu sagen.

Schritt 3: Second-Hand, Kleidertausch und Kleidung leihen

Als zweiten Schritt empfehle ich dir, dich vom konventionellen Shoppinggedanken zu lösen. Wir müssen nicht jedes Wochenende in überfüllten Einkaufszentren verbringen, um glücklich und erfüllt zu sein. Ganz im Gegenteil. Seitdem ich nicht mehr konventionelle Kleidung einkaufe, habe ich neue Möglichkeiten entdeckt Kleidung zu finden, die nicht nur nachhaltig sind, sondern auch Spaß machen.

Mittlerweile liebe ich es, auf Flohmärkten und in Secondhand-Läden unterwegs zu sein. Vor allem sogenannte Nachtflohmärkte haben es mir angetan, weil man dort abends in cooler Atmosphäre durch tolle Kleidungsstücke stöbern kann.

Aber auch Kleidertauschparties mit Freundinnen und der Familie können organisiert werden. Dabei bringt jeder einfach die Kleidung mit, die man schon länger nicht mehr trägt und tauscht diese gegen ein anderes Kleidungsstück aus.

Second-Hand Plattformen, wie Kleiderkreisel, bieten dir zusätzlich eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit, günstig Kleidung zu kaufen und auch deine eigene Kleidung zu verkaufen. Genau damit bin ich damals in die Nachhaltigkeit gestartet.

Eine etwas speziellere Form des Kleiderkonsums sind Webseiten, wie die Kleiderei oder Kleiderrebell, wo du Kleidung für einen bestimmten Zeitraum leihen bzw. mieten kannst, anstatt die Kleidungsstücke zu kaufen.

Schritt 4: Das 80:20-Prinzip 

Nachdem du deinen Kleiderschrank ausgemistet hast und vielleicht neue Alternativen zum herkömmlichen Shoppen für dich entdeckt hast, ist es an der Zeit, ein bisschen tiefer in das Thema Fair Fashion einzusteigen.

Für mich gilt in Bezug auf nachhaltige Mode quasi das 80:20 Prinzip. 80% meiner Kleidung ist Second-Hand oder Kleidung, die ich schon lange besitze oder auch getauscht habe. 20% kaufe ich neu und auch nur, wenn sie fair und nachhaltig produziert wurde.

Warum ich das so mache? Aus finanziellen und ökologischen Gründen. Für mich ist Second-Hand Mode nach wie vor die nachhaltigste Form, Kleidung zu konsumieren, weil bereits getragene Kleidung schon im Kreislauf ist und du durch den Kauf und die anschließende Weiterverwendung den Lebenszyklus der Kleidungsstücke verlängerst. Fair Fashion ist zwar ökologisch und sozial korrekt hergestellt, verbraucht aber natürlich neue Ressourcen und ist wesentlich teurer als Second-Hand Mode.

Schritt 5: Fair Fashion kaufen.

Es ist dir schon aufgefallen: Fair Fashion ist nicht so weit verbreitet wie herkömmliche Mode. Wenn überhaupt gibt es wahrscheinlich in deiner Stadt nur zwei oder drei Läden, die nachhaltige Mode anbieten.

Hier in Karlsruhe ist es genauso. Deshalb informiere ich mich immer bevor ich in eine neue Stadt gehe, ob und wo es dort Fair Fashion zu kaufen gibt.

Marisa vom Blog myfairladies hat eine tolle Fair Fashion Shopping Map zusammengestellt, auf der du europaweit sehr viele Läden findest, die nachhaltige Mode anbieten.
Wenn du dich nun dazu entscheidest, dir ein neues Kleidungsstück anzuschaffen, das fair produziert wurde, habe ich eine kleine Checkliste für dich zusammengestellt, die dich beim Kauf unterstützt:

  • Brauchst du wirklich ein neues Kleidungsstück?
  • Welche Siegel trägt das Fair Fashion Kleidungsstück? Meinen Siegel-Guide kannst du hier herunterladen.
  • Ist es aus Bio-Rohstoffen hergestellt?
  • Kannst du dein neues Kleidungsstück mit möglichst vielen anderen Kleidungsstücken kombinieren, die du bereits im Kleiderschrank hast?
  • Ist das Kleidungsstück zeitlos?
  • Passt dir das Kleidungsstück richtig gut?

„Mit dem Kauf eines einzigen Baumwoll-T-Shirts aus biologischer Baumwolle bewahrt man rund sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und Kunstdünger.“

Fair Fashion Einsteiger Hacks

Zum Schluss möchte ich dir noch meine drei kleinen Fair Fashion Hacks mitgeben, die mir und jetzt auch dir dabei helfen, auf eine clevere Art und Weise unsere Kleiderschränke nachhaltig zu verwandeln.

Fair Fashion Hack #1: Kaufe Fair Fashion im Sale

Wenn ich ein neues Kleidungsstück brauche, weiß ich das meistens schon seid Wochen. Ich habe eine Liste im Handy. Dort schreibe ich mir das KLeidungsstück auf. Sammle quasi meine Wünsche. Mit der Kaufentscheidung lasse ich mir dann meistens ein paar Wochen Zeit. Zum Ende der Saison schlage ich dann im Sale zu. Meist bekommt man dann das Kleidungsstück zu einem reduzierten Preis.

Fair Fashion Hack No. 2: Kaufe Fair Fashion Basics

Gute Fair Fashion Basics halten ewig! Gerade wenn man in das Thema faire Mode neu einsteigt, stellt man sich ja oft die Frage: Wo soll ich anfangen? Ich habe damit angefangen, mir Basics zuzulegen, wie beispielsweise eine Longsleeve, Unterwäsche, Tops oder T-Shirts, die sowohl neutral in ihren Farben und Schnitten sind. Besondere Teile habe ich dann versucht Secondhand zu bekommen (meine Hauptquelle war und ist dafür Kleiderkreisel).

Fair Fashion Hack No. 3: Kostenloser Wardrobe Revolution Guide

Das ist ein Fair Fashion Einsteiger Guide der für deinen Einstieg super ist. Dort erfährst du viele Hintergrundinfos und Tipps. Mehr als 30 BloggerInnen haben ihn zusammengestellt und ihre Tipps geteilt. Den Guide kannst du dir ganz bequem auf der Webseite herunterladen.

Fair Fashion – Eine Label-Übersicht

Und zum Schluss habe ich noch eine kleine Label Übersicht für dich mit den Fair Fashion Labels, die meiner Meinung nach faire Preise anbieten. Falls dir diese kleine Liste nicht ausreichend, habe ich natürlich auch noch eine große Liste für dich.

Wie fängst du konkret an deinen Kleiderschrank in Nachhaltigkeit zu verwandeln?