Dir ist dieser Hype in den letzten Tagen bestimmt auch schon begegnet. Über all misten Menschen seit Beginn des neuen Jahres ihre Kleiderschränke, Garagen, Küchenschränke oder gar ganze Wohnungen aus. Anschließend falten sie ihre Kleidungsstücke auf eine besondere Art und bedanken sich bei Kleidungsstücken bevor sie sie in große Plastik-Müllbeutel legen.

Ich hab mir auch die eine oder andere Folge von Marie Kondos neuer Netflix-Serie angeschaut und schon vor Jahren eine Zusammenfassung ihres Buches gelesen.

Worum geht es bei Marie Kondos Aufräum-Methode?

Bei Marie Kondos Aufräum-Methode geht es vor allem darum, alles auszusortieren, dass dem Besitzer keine Freude bereitet. Bei Kleidungsstücken, die man nicht behalten möchte, soll man sich bedanken und verabschieden, bevor es im Müllbeutel landet.

Aufräumen und Ausmisten soll einem wieder mehr Kontrolle über das eigene Leben geben.

Eine negative Seite gibt es dabei aber auch:

Es entsteht sehr viel Müll.

In der Serie trennen sich die Show-Teilnehmer von Bergen von Müllsäcken, die von Lkw abgeholt werden müssen.

Was die Serie nicht klärt: Wo der Müll landet.

„Laut dem Dachverband FairWertung, dem bundesweiten Netzwerk für gemeinnützige Organisationen, welche die Altkleider sammeln, werden in deutschen Haushalten jährlich 1,5 Milliarden Textilien aussortiert. Und in der „Pulse of the Fashion Industry“-Studie geht die Boston Consulting Group davon aus, dass die Menschen bis zum Jahr 2030 17,5 Kilogramm Modemüll pro Jahr und Erdenbürger – 148 Millionen Tonnen insgesamt – produzieren werden. “

Zitat aus der Berliner Zeitung vom 29.01.2019

Wie lassen sich diese Mengen an Altkleider-Müll vermeiden?

Indem du richtig ausmistest! Und in Zukunft Fehlkäufe vermeidest und auf Qualität statt Quanitität setzt.

Wie du richtig ausmistest?

Aussortieren ist erstmal der richtige Schritt in Richtung eines nachhaltigen Kleiderschrankes. Ich und du, wir beide besitzen viel zu viel Kleidung.

Überlege dir:

  • Welches deiner Kleidungsstücke dir noch passt.
  • Welches Kleidungsstück hast du wirklich oft an – welches nicht?
  • Brauchst du wirklich alle deine Kleidungsstücke?
  • Kannst du deine Kleidungsstücke gut miteinander kombinieren?

Was mit den aussortierten Kleidungsstücke passiert? Werfe sie nicht einfach weg!

Du kannst deine Aussortierten Kleidungsstücke spenden. Die Stadtmission, die Diakonie, Sozialkaufhäuser und kleine Vereine freuen sich darüber. Frag aber vorher kurz an ob gerade Bedarf an deiner Spende besteht.

Auf Kleidertauschpartys (offizielle Events oder selbstorganisiert mit deinen Freunden) kannst du ausgemistete Kleidungsstücke abgeben oder gegen Andere eintauschen.

Kleidungsstücke die nicht mehr repariert werden können, kannst du weiterverwenden – z.B. als Putzlappen

Wie du Fehlkäufe vermeidest und deinen Konsumdrang hinterfragst

Früher war ich regelmäßig shoppen. Nach der Uni noch kurz in den einen oder anderen Laden und der Kleiderschrank war immer zu voll. Ich wusste gar nicht was ich alles an Kleidungsstücken hatte.

Dann hab ich immer mehr von Fair Fashion gehört und den Film „The True Cost“ gesehen. Und mir schlagartig ein Fast Fashion- Shopping Verbot auferlegt.

Seitdem bin ich glücklicher. Ich habe nicht mehr ständig das Gefühl, dass ich etwas Neues brauche.

Statt also dem scheinbaren Bedürfnis nach neuer Kleidung nachzugehen, sollten wir uns eher Fragen ob der Kauf neuer Kleidung wirklich glückmacht bzw. notwenig ist.

Wo du Faire und nachhaltige Mode kaufen kannst?

Und wenn du wirklich mal ein neues Kleidungsstück brauchst, dann ist zuerst wichtig, dass du dir genau überlegst was für ein Kleidungsstück das sein soll. Und mach dich dann gezielt auf die Suche danach!

Ein bisschen Hilfestellung möchte ich dir hier aber dennoch geben:

Fair Fashion Basics

Jeans, Shirts und Schlichtes findest du bei vielen verschiedenen Fair Fashion Labels und ich Fair Fashion Online Shops. Hier kommst du zur Auflistung einiger Fair Fashion Labels.

Festmode und Trendteile

Wenn ich auf der Suche nach besonderen Stücken, Trendteilen oder Festmode bin, schaue ich in Secondhand-Läden in meiner Region, bei Kleiderkreisel oder auf Flohmärkten.

Viele große Kaufhäuser bieten inzwischen auch fair produzierte Mode an. Verschiedene Siegel, wie das GOTS-Siegel helfen dir dabei, wirklich fair hergestellte Mode zu finden.

Mir hat beim Ausmisten und beim Umstieg zu Fair Fashion sehr geholfen, dass ich anderen davon erzählt habe. Zusammen ist man einfach Stärker. Und ich hab mal wieder gemerkt, dass ich nicht die einzige bin, die sich darüber Gedanken macht.

Alte Gewohnheite ablegen ist nicht leicht, mit Zeit und Motivation aber kein Problem.

Fair Fashion ist teuer …

… hält aber auch länger (Stichwort: Qualität vor Quantität).
Wenn du weniger kaufst und nicht immer wieder hier und dort etwas ausgibst, kannst du dir das eine oder andere etwas teuere Kleidungsstück leisten.

Warum sich das lohnt, siehst du zum Beispiel im Film „The True Cost“

Ich lege inzwischen viel Wert auf Qualität. Vor allem bei den Basics. Und greife gern zu Fair Fashion.

Geduld haben

Nach dem Ausmisten wirst du nicht sofort einen perfekten Minimalistischen/Capsule Wardrobe/ Fair Fashion – Kleiderschrank haben.

Du brauchst ein bisschen Geduld um auf dem (noch) relativ kleinen Fair Fashion Markt deine perfekten Kleidungsstücke zu finden. Auch die Suche nach genau dem einen Kleid in Secondhand-Läden dauert.

Aber wenn du weniger konsumierst, wirst du schnell merken wie du dir dein Selbstbestimmungsrecht immer mehr zurück holst und dich von Werbung und schrägen Trends befreist.


Falls ihr mehr Infos zur Serie oder zum Thema Entsorgen von Altkleidern sucht, dann schaut doch hier vorbei:

Mein Fazit: Nimm dir ausreichend Zeit fürs gründliche Ausmisten und versuche anschließend deinen Kleiderschrank nachhaltig mit Kleidungsstücken zu ergänzen, die du wirklich brauchst.