Baut ihr Tomaten im Gewächshaus oder Freiland an und wollt im nächsten Jahr wieder im gleichen Beet Tomaten anbauen? Das könnte schwierig werden, denn Tomaten sind Starkzehrer und verlangen euren Beeten so einiges ab. Aber es geht, wenn ihr die Fruchtfolge beachtet und/oder Gründüngung aussät. und wie das gelingt, zeige ich euch in diesem Beitrag: Welche Gründüngung nach Tomaten Anbau dran ist und wie ihr euer Tomatenbeet wieder aufarbeitet um in nächsten Jahr wieder genauso viele, leckere Tomaten ernten zu können?
Lest weiter!



Was ist Gründung und warum brauche ich das?
Gründung ist der Begriff für Pflanzen, die ihr nach euren „eigentlichen“ Pflanzen in euren Beeten anbauen könnt, um euren ausgezehrten Gartenboden wieder mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Als Gründüngung sät ihr bestimmt Pflanzen im Herbst aus, die dann den Winter über in euren Beeten stehen bzw. wachsen und die z.B. neuen Stickstoff in eure Beete bringen. Und diesen Stickstoff widerum brauchen eure Gemüsepflanzen im nächsten Jahr wieder um kräftig zu wachsen und viele Früchte zu bilden.
Nach der Ernte im Spätsommer und Herbst ist die perfekte Zeit um Gründünger-Pflanzen auszusäen.
Zu diesen Pflanzen gehören unter anderem:
- Phacelia* (Affiliate Link)
- Perserklee
- Gelbe Lupine
- Inkarnatklee* (Affiliate Link)
- Wicke
- Gelbsenf
Diese Pflanzen wachsen schnell, bedecken den Boden, lockern ihn mit ihren Wurzeln auf und können über den Winter die Beete bedecken und im Frühjahr dann einfach abgeschnitten werden.
Welche Pflanzen ihr als Gründünger nach dem Tomatenanbau aussäen könnt, zeige ich euch weiter unten.

Wie Gründüngung den Boden langfristig verbessert
Gründüngung ist nicht nur eine kurzfristige Lösung, sondern wirkt nachhaltig. Sie sorgt für:
- bessere Bodenstruktur
- mehr Humus
- höhere Wasserspeicherfähigkeit
- weniger Verdichtung
- aktiveres Bodenleben
- natürliche Nährstoffbindung
Gerade Tomaten profitieren im Folgejahr enorm davon, wenn der Boden lebendig und locker ist.
Gründüngung nach Tomaten Anbau
Wenn ihr Tomaten im Freiland oder Gewächshaus anbaut ist es nicht (immer) möglich, dass ihr die Beete durchwechseln könnt. Oder gar „zusätzliche“ Beete habt, die auf die ihr ausweichen könnt.
Am liebsten würde ich euch empfehlen, dass ihr eure Freiland-Beete 2 bis 3 Jahre ruhen lasst, bevor ihr wieder Tomaten darauf anbaut. Auch um es den Schädlingen nicht so einfach zu machen.
Aber weil ich das selbst nicht kann (habe auch „nur“ ein überdachtes Beet, in das ich möglichst jedes Jahr Tomaten einpflanzen möchte) zeige ich euch hier, was ihr machen könnt, um die alte Tomatenerde wieder aufzupebbeln und so aufzuarbeiten, dass ihr im neuen Jahr wieder richtig durchstarten könnt und eine reiche Tomatenernte einfahren werdet.
Gründung nach Tomaten Anbau
Mit der Gründüngung unterstützt ihr eure Erde, indem ihr bestimmte Pflanzen anbaut, die vor allem der Bodenverbesserung dienen. Für die Gründünung nach dem Anbau von Tomaten eignen sich unter anderem folgende Pflanzen:
- Phacelia* (Affiliate Link)
- Inkarnatklee* (Affiliate Link)
- Buchweizen
- Gelbsenf
- Perserklee
- Calendula* (Affiliate Link)
- Luzerne*(Affiliate Link)
- Raps
Tipp: Das Ernten von Gründüngungspflanzen ist nicht nötig. Ihr könnt sie einfach abschneiden und als Mulch für die folgenden Tomatenpflanzen liegen lassen.
Warum Gründüngung im Winter stehen bleiben darf
Über den Winter passiert im Beet mehr, als man denkt. Die Pflanzen arbeiten weiter – auch wenn sie nicht mehr wachsen. Sie sorgen dafür, dass:
- der Boden nicht austrocknet
- Regen und Schnee keine Nährstoffe auswaschen
- die Erde locker bleibt
- Wurzeln Bodenlebewesen Nahrung bieten
- Frost den Boden schön krümelig macht
Die Gründüngung ist also wie eine natürliche Winterdecke für dein Beet.
Was mit den Pflanzen im Winter passiert
Viele Gründüngungspflanzen sind nicht winterhart. Sie frieren ab, fallen in sich zusammen und bilden eine weiche Mulchschicht. Das ist perfekt, denn:
- die abgestorbenen Pflanzenteile schützen den Boden
- Regenwürmer ziehen sie ein und verwandeln sie in Humus
- Nährstoffe werden langsam freigesetzt
- der Boden bleibt aktiv und lebendig
Winterharte Arten wie Roggen oder Klee bleiben stehen und schützen den Boden sogar bis ins Frühjahr hinein.
Muss man die Gründüngung im Winter schneiden?
Nein – im Winter solltest du gar nichts tun in deinem Garten. Schneiden, umgraben oder einarbeiten ist erst im Frühjahr sinnvoll. Im Winter gilt:
- stehen lassen
- nicht stören
- die Natur arbeiten lassen
Das ist nicht nur einfacher für dich, sondern auch besser für den Boden.
Was du im Frühjahr mit der Gründüngung machst
Sobald es wärmer wird (Februar–April), kannst du entscheiden, wie du weiter vorgehst. Es gibt zwei Möglichkeiten:
- Abschneiden und liegen lassen
Die Pflanzenreste dienen als Mulch und schützen den Boden weiterhin. Perfekt für Tomaten, die es warm und locker mögen. - Leicht einarbeiten
Nur die oberste Bodenschicht lockern und die Pflanzenreste einarbeiten. Nicht tief umgraben – das zerstört das Bodenleben.
Beide Methoden funktionieren wunderbar. Im naturnahen Garten ist „abschneiden und liegen lassen“ oft die sanftere Variante.
Warum Gründüngung im Winter ein echter Gamechanger ist
Wenn du Tomaten anbaust, ist ein gesunder Boden Gold wert. Die Gründüngung sorgt dafür, dass dein Beet im Frühjahr:
- voller Nährstoffe steckt
- locker und gut durchlüftet ist
- weniger Unkraut hat
- weniger gegossen werden muss
- weniger anfällig für Krankheiten ist
Du startest also mit einem Boden, der bereit ist für kräftige Tomatenpflanzen – ganz ohne Dünger aus dem Sack.
Gute Nachkulturen nach Tomaten (parallel zur Gründüngung)
Wenn du nicht nur Gründüngung, sondern auch essbare Nachkulturen einplanen möchtest, eignen sich besonders:
- Feldsalat
- Spinat
- Radieschen
- Winterpostelein
- Asia-Salate
- Knoblauch
Diese Pflanzen sind anspruchslos, wachsen schnell und profitieren vom warmen Boden im Spätsommer.



Erde düngen
Außer Gründung könnt ihr die alte Tomatenerde auch mit Kompost und/oder Pferdeäpfeln aufarbeiten, indem ihr den Mulch auf die Seite schiebt und dann Kompost/Pferdeäpfel auf die alte Erdschicht darauf gebt und ggf. vorsichtig einarbeitet.
Direkt vor dem Einpflanzen der Tomatenpflanzen im neuen Jahr gebt ihr zusätzlich Hornspäne und Urgesteinsmehl* (Affiliate Link) ins Pflanzloch und mischt beides unter die Erde unter.
Und während der Sommermonate düngt ihr die Erde um eure Tomaten am besten mit Brennnesseljauche. Wie genau das geht, könnt ihr im Beitrag über den DIY Dünger Brennnesseljauche nachlesen.


Fruchtfolge: Was nach Tomaten anbauen?
Wenn ihr den Platz bzw. die Möglichkeit habt, dass ihr Tomaten in einem anderen Beet anbauen könnt, dann nutzt diese Chance. Allerdings solltet ihr nicht einfach irgendein Beet auswählen, den die starkzehrenden Tomaten bringen kaum Freude auf einem nährstoffarmen Boden. Genauso solltet ihr dort vorher keine anderen Nachtschattengewächse wie Karoffeln oder Paprika gehabt haben. Wechselt am besten imer zwischen Stark-, Mittel- und Schwachzehren ab.
Mittelzehrer nach Tomaten
Tomaten sind Starkzehrer und entziehen dem Boden viele Nährstoffe – einige Nährstoffe bleiben nach der Tomatensaison noch im Boden zurück und die Menge ist für viele Mittelzehrer völlig ausreichend. Die folgenden Mittelzehrer könnt ihr im Jahr nach dem Tomaten im selben Beet anbauen:
- Karotten
- Fenchel
- Knoblauch
- Zwiebeln
- Salat

Schwachzehrer nach Tomaten
Nach dem Tomatenjahr und dem Mittelzehrer-Jahr könnt ihr natürlich noch sogenannte Schwachzehrer auf euren Beeten anbauen – obwohl kaum noch Nährstoffe in eurer Beeterde enthalten sind. Dazu zählen:
- Erbsen
- Bohnen
- Feldsalat
- Kräuter
- Spinat
- Radieschen
Und zwischen den Jahren (also im Winter) könnt ihr immerwieder Gründung aussäen, um der Erde Nährstoffe zurückzugeben. Und Unkraut zu verdrängen/vermeiden.

Tomaten lieben Sonne – und ein bisschen Chaos
Tomaten sind kleine Sonnenanbeter. Je mehr Licht, desto glücklicher. Und das Schöne im naturnahen Garten: Es muss nicht alles perfekt sein. Ein paar wilde Kräuter zwischen den Pflanzen? Stört die Tomaten nicht. Im Gegenteil – viele davon halten sogar Schädlinge fern oder locken Bestäuber an. Tomaten mögen es, wenn der Garten lebt. Wenn Bienen summen, Marienkäfer über die Blätter krabbeln und der Boden voller Regenwürmer ist. Genau das macht den naturnahen Anbau so charmant: Es ist lebendig, bunt und ein bisschen wild – und die Tomaten lieben es.
🐞 Nützlinge statt Chemie – Tomatenfreundschaften im Garten
Tomaten sind zwar robust, aber sie freuen sich über Unterstützung. Und die kommt im naturnahen Garten von ganz allein:
- Marienkäfer knabbern Blattläuse weg.
- Schlupfwespen halten weiße Fliegen in Schach.
- Regenwürmer lockern den Boden und bringen Nährstoffe nach oben.
- Bienen und Hummeln sorgen für eine bessere Bestäubung.
Wenn du ihnen ein Zuhause gibst – mit Blühstreifen, Kräutern und ein paar wilden Ecken – danken es dir deine Tomaten mit kräftigem Wachstum und reichlich Früchten.
Kräuter als Tomaten-Buddys
Tomaten lieben Gesellschaft. Besonders Kräuter passen wunderbar zu ihnen und bringen gleich mehrere Vorteile:
- Basilikum stärkt die Pflanzen und soll sogar den Geschmack verbessern.
- Petersilie lockert den Boden und hält Schädlinge fern.
- Borretsch zieht Bestäuber an und sorgt für mehr Früchte.
- Ringelblume schützt den Boden und sieht einfach schön aus.
Diese kleinen Helfer machen dein Tomatenbeet nicht nur produktiver, sondern auch richtig hübsch.
💧 Gießen mit Gefühl – Tomaten mögen’s persönlich
Tomaten sind ein bisschen sensibel, wenn es ums Gießen geht. Sie mögen es gleichmäßig, aber nicht zu nass. Im naturnahen Garten klappt das besonders gut, weil du mit Mulch arbeitest:
- Rasenschnitt
- Holzhackschnitzel
- Stroh
- gehäckselte Pflanzenreste
Das hält die Feuchtigkeit im Boden, schützt vor Spritzwasser (wichtig gegen Braunfäule!) und sorgt dafür, dass du weniger gießen musst. Und ganz ehrlich: Ein gemulchtes Tomatenbeet sieht einfach nach „Ich weiß, was ich tue“ aus.
🌼 Tomatenvielfalt entdecken – alte Sorten rocken!
Im naturnahen Garten dürfen Tomaten ruhig ein bisschen Charakter haben. Alte Sorten sind oft robuster, aromatischer und viel spannender als die üblichen Supermarkt-Tomaten. Beliebt sind zum Beispiel:
- Black Cherry*(Affiliate Link) – süß und würzig
- Green Zebra*(Affiliate Link) – fruchtig und erfrischend
- Ochsenherz*(Affiliate Link) – perfekt für Salate
- Gelbe Dattelwein*(Affiliate Link) – super für Kinder
- Harzfeuer*(Affiliate Link) – zuverlässig und aromatisch
Alte Sorten bringen Farbe, Vielfalt und jede Menge Freude ins Beet.
🍅 Tomaten ernten – der glücklichste Moment im Gartenjahr
Es gibt kaum etwas Schöneres, als die erste sonnengereifte Tomate direkt vom Strauch zu naschen. Dieser Moment ist jedes Jahr wieder ein kleines Fest. Im naturnahen Garten schmecken Tomaten oft besonders intensiv – weil sie langsam wachsen dürfen, im Rhythmus der Natur. Und weil du ihnen genau das gibst, was sie brauchen: Sonne, Luft, Liebe und ein lebendiges Bodenleben.
Gründüngung ist der Schlüssel zu gesunden Tomaten
Ein Tomatenbeet, das nach der Saison eine Gründüngung bekommt, ist im nächsten Jahr deutlich vitaler. Die Pflanzen wachsen kräftiger, sind weniger krankheitsanfällig und bringen bessere Erträge. Gründüngung ist eine der einfachsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Maßnahmen im Garten – und ein echter Gamechanger für alle, die jedes Jahr Tomaten anbauen.
Welche Pflanzen hast du bisher als Gründüngung ausprobiert oder möchtest du im nächsten Jahr testen?








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