Mir geht es selbst leider immer wieder so, dass ich eigentlich nur gute Lebensmittel wegwerfe. Vor kurzem bin ich bei der Recherche zu verschiedenen Blogposts aufgeschreckt. Dass jeder von uns einfach 55 Kilogramm genießbarer Lebensmittel jährlich in die Mülltonne wirft hat mich erschrocken. Ein großer Teil der Lebensmittel wird weggeworfen, da er nicht richtig gelagert wurde und daher schnell unschön aussieht. Das möchte ich verhindern und darum geht es heute um das Thema: Lebensmittel richtig lagern

In der Küche werfen wir am meisten weg. Oft weil wir Einkäufe vergessen. Lebensmittel nicht richtig lagern und sie daher schlecht werden. Für die richtige Lagerung von Lebensmittel brauchen wir ein paar Tools und „Standorte“ an denen sie ihren Platz bekommen und uns lange frisch bleiben.

Die Vorbereitung – Lebensmittel richtig lagern

Die Vorbereitung ist auch hier, wie bei vielen anderen Dingen das A und O.

Das Aufbewahrungs-Set

Zu Beginn brauchst du eine kleine Grundausstattung –  die du zum Großteil wahrscheinlich sowieso schon in deiner Küche vorfinden wist. Zur Grundausstattung gehören die folgenden Dinge:

  • Dicht verschließbare Vorratsbehälter aus Glas, Metall oder Kunststoff,
  • Bienenwachstuch,
  • Obstschalen,
  • Einen Brotkasten und
  • Wenn du willst auch eine Käseglocke und eine Butterdose.

Damit lagerst du deine Lebensmittel einfach am besten – ganz nach ihren verschiedenen Bedürfnissen.

Abdecken und umfüllen können

Ein geöffneter Joghurt oder Quark zieht Bakterien an, daher sollten diese Produkte nach dem Öffnen schnell aufgebraucht werden. Decke sie bis dahin gut ab.

Nicht aufgebrauchte, offene Konserven füllst du am besten sofort in saubere, dicht verschließbare Vorratsbehälter um.

Den Überblick behalten

Sortiere neu gekaufte Lebensmittel immer hinter die Älteren ein. Damit behältst du die Älteren Lebensmittel im Blick und du erkennst sofort, was schnell aufgebrauchst werden muss, was bereits geöffnet ist und was du nachkaufen musst.

Wenn du willst kannst du auch Eingemachtes und Eingefrorenes mit einem Datum beschriften.

Schädlinge

Getrocknete Hülsenfrüchte, Körner, Getreide und Getreideprodukte sind sehr anfällig für Motten und Co. Diese Erfahrung musste ich leider auch bereits machen. Diese Schädlinge mögen quasi alle Lebensmittel – außer Salz und reine Fette. Daher ist es wichtig, dass du selten benötigte Vorräte wie Gewürze oder andere trockene Ware regelmäßig überprüfst. Auch deine Vorratsräume, Regalfächer und Schrank solltest du immer mal wieder reinigen – Krümel, Staub oder Essensreste landen da doch schneller als du denkst. Von Motten befallene Lebensmittel solltest du dicht verschlossen, sofort wegwerfen.

Die richtige Lagerung von Lebensmitteln

Obst

  • In kühlen, trockenen Kellerräumen, wenn du das Obst lange lagern möchtest.
  • In einer Obstschale in der Küche auf der Arbeitsfläche
  • Äpfel lassen anderes Obst schneller reifen – wenn du das nicht möchtest, dann lege das Obst nicht nebeneinander. Wenn du aber beispielsweise ein e Avocado schneller reifen lassen möchtest, kannst du auch ganz bewusst einen Apfel danebenlegen.
  • Bananen hängen am liebsten und dürfen niemals in den Kühlschrank – darin werden sie sofort schwarz.
  • Auch Tomaten, Ananas, Mango, Papaya, Melonen, Zitronen, Limetten und Orangen, genauso wie Granatäpfel und Avocados sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Gemüse

  • Kartoffeln gehören in einen dunklen kühlen Raum – z.B. in einen Kellerraum.
  • Frische Salate, Spargel, Frühlingszwiebel, Lauch und Kräuter kannst du, in ein feuchtes Tuch gewickelt, in das Gemüsefach deines Kühlschrankes legen.
  • Angebrochene Soßen, Marmelade, Milchflaschen und Aufstriche solltest du im Kühlschrank aufheben.

Lebensmittel richtig lagern – Im Kühlschrank: Was gehört wohin?

Damit die Lebensmittel nach dem Einkauf möglichst lange frisch bleiben, müssen sie in das richtige Fach geräumt werden.

Kühlschränke haben mehrere Temperaturzonen: Das unterste Fach über der Schublade ist das  Kühlste. Nach oben hin steigt die Temperatur im Kühlschrank an. Die Tür bekommt beim Öffnen am meisten Wärme ab.
Am Besten lagerst du in einem herkömmlichen Kühlschrank die Lebensmittel wie folgt ein:

  • In das oberste Fach (ca. 8 °C): Käse, Zubereitete Speisen
  • In das mittlere Fach (ca. 5 °C): Milchprodukte wie Sahne, Quark und Co.
  • In das unterste Fach über der Schublade: Leicht Verderbliches wie Fleisch, Fisch, Geflügel, Feinkostsalate, und angebrochene Packungen
  • In die Schublade unten (ca. 9 °C): Obst und Gemüse (Aber: Kälteempfindliches Obst wie exotische Früchte (Banane, …) oder wasserhaltiges Gemüse gehören gar nicht in den Kühlschrank)
  • In die Türfächer: Eier, Butter, Milch, Dressing, Saucen, Tuben, Marmelade, Getränke

Lebensmittel richtig lagern im Mehrzonenkühlschrank

Bei einem Mehrzonenkühlschrank gibt es über den normalen Kühlbereich hinaus eine Kaltlagerzone mit Temperaturen zwischen 0 °C und 2 °C. Der Vorteil: leicht verderbliche Lebensmittel, wie Milch, Gemüse und Wurst halten dort noch ein paar Tage länger frisch.

Viele der Mehrzonenkühlschränke bieten die Möglichkeit neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit regulieren. Schau einfach im Handbuch deines Gerätes nach was dein Kühlschrank so alles kann.  

In einem Mehrzonenkühlschrank sollten Lebensmittel in der Regel so gelagert werden:

  • In der Null-Grad-Zone, trocken (relative Luftfeuchtigkeit 50 bis 55 Prozent): Fisch, Fleisch, Fleischwaren, Wurst, Geflügel, Milch und Milchprodukte, wie beispielsweise Käse
  • In der Null-Grad-Zone, feucht (relative Luftfeuchtigkeit bis 95 Prozent): kälteunempfindliches Gemüse, Obst, Kräuter, Pilze und Salate
  • In der Kühlzone (4 °C bis 8 °C): Eier, Butter, Marmelade, Fertiggerichte, Kuchen und Gegartes
  • In der Kellerzone (8 °C bis 12 °C): kälteempfindliche Lebensmittel wie Südfrüchte, Tomaten, Gurken oder Kartoffeln

Schau aber nochmal nach, ob dein Kühlschrank wirklich zu den Mehrzonenkühlschränken gehört.

Haltbar oder nicht?

Wer kennt das nicht: Man greift einen Soja-Joghurt aus dem Kühlschrank und sieht, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist. Ohne hineinzuschauen landet der Becher direkt im Mülleimer. Das kannst du ändern!

„Mindestens haltbar bis“ (MHD)

Jeder von uns kennt diese Angaben. Ich habe aber das Gefühl, dass viele gar nicht wissen, dass diese Angabe kein Wegwerfdatum ist! Das MHD ist nichts anderes als eine Empfehlung des Herstellers. Bis zum angegebenen Datum garantiert er, dass die spezifischen Eigenschaften des Produkts wie Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert so sie wie sie „sein sollen“. Mit Ablauf des MHDs ist ein Lebensmittel also nicht automatisch schlecht. Verlasse dich auf deine eigenen Sinne: Wenn ein Lebensmittel noch gut aussieht, riecht und schmeckt, ist es meistens auch noch gut.

Beim MHD gilst es aber auch etwas zu beachten: Diese Datums-Angabe gilt nur, wenn du das ungeöffnete Produkt korrekt lagerst. Eine offene Packung lässt Sauerstoff, Feuchtigkeit und Mikroorganismen hinein. Die enthaltenen Lebensmittel verderben dann schneller. Auf manchen Produkten befinden sich zusätzlich noch Angaben, wie lange sie nach Aufbruch noch haltbar sind. Ansonsten gilt auch hier: Verpackung öffnen, Augen, Nase und Mund vertrauen und selber entscheiden.

„Verbrauchen bis …“

Der Vollständigkeit halber will ich euch auch noch wissen lassen: Es gibt ein paar tierische Produkte, die ein Verbrauchsdatum tragen. Dazu gehören Hackfleisch oder frisches Geflügel – ist das Verbrauchsdatum überschritten, sollte das Produkt leider tatsächlich in die Tonne. Sonst setzt ihr euch der Gefahr einer Lebensmittelvergiftung aus. Vor allem diese Produkte sollten unbedingt so gelagert werden, wie ich es bereits oben beschrieben habe – möglichst kühl halten – und wirklich gegessen werden.

Mein Tiefkühlknigge – Lebensmittel richtig lagern im Gefrierschrank

Du kannst frische Lebensmittel richtig lagern und haltbar machen indem du sie einfrierst. Dabei bleiben auch viele Vitamine und Nährstoffe in den Lebensmitteln enthalten.

Auch Tiefkühl-Obst und Gemüse enthält in der Regel viele Nährstoffe, achte beim Kauf aber darauf, dass du wenn möglich auf Plastikverpackungen verzichtest.

Sichere Kühlkette

Wenn du Tiefkühlkost einkaufst, schütze sie davor, an- oder gar aufzutauen. Mit Kühltaschen kannst du sie beim Transport gefroren halten. Zu Hause landen die gefrorenen Lebensmittel dann gleich in der Gefriertruhe. Wenn du die Lebensmittel auftauen möchtest solltest du darauf achten, dass das Tauwasser gut abfließen kann. Dazu das auftauende Lebensmittel am besten in ein Sieb oder ähnliches legen.

Frier’s frisch

Wenn du Lebensmittel selbst einfrieren willst, nimm so frische Produkte wie möglich. Je frischer die Lebensmittel umso länger halten sie sich als Tiefkühlschätze. Nutze zum Einfrieren eine Verpackung, die vor dem Austrocknen und dem Aromaverlust schützt – wenn möglich natürlich ohne dass es sich dabei um Einweg-Plastiktüten o.Ä. handelt. Friere die Lebensmittel am besten gleich portionsweise ein. Das spart beim Auftauen viel Zeit und Energie (deine Energie und Strom).
Sehr gut kannst du beispielsweise Bohnen, Erbsen, Paprika, Karotten, verschiedenen Kohlarten, Beeren sowie fertig zubereitete Gerichte einfrieren. Wir haben sogar einmal eine ungebackene (selbstgemachte) Pizza eingefroren und sie dann wie eine TK-Pizza aus dem Supermarkt aufgebacken – hat super funktioniert.

Nicht Einfrieren lassen sich Blattsalate, Tomaten, rohe Kartoffeln, Joghurt genauso wie rohe Äpfel und Birnen.
Vor dem Einfrieren würde ich dir empfehlen, dass du deine Lebensmittel gut putzt, wäschst, schälst, zerkleinerst oder blanchierst und quasi „kochbereit“ vorbereitest.
Obst würde ich auch vorab unbedingt waschen und gegebenenfalls Stiele, Kerne und Schalen entfernen.

Trotz allem ist wichtig zu wissen: Ewige Frische gibt es auch im Gefrierschrank nicht. Mein Tipp ist deswegen: Die Verpackung der Lebensmittel beim Einfrieren immer mit Datum und (falls schlecht erkennbar) Inhalt versehen.

Je nach Lebensmittel sollten folgende Lagerzeiten auch im Gefrierschrank nicht überschritten werden:

  • Obst und Gemüse: 11 bis 15 Monate
  • Margarine, Quark und Sahne: bis zu 12 Monate
  • Brot, Brötchen, Hefegebäck, Biskuitböden, Obstkuchen, Rührkuchen: bis zu 6 Monate
  • Torten, Blätterteig (roh): bis zu 2 Monate
  • Biskuit-, Hefe- und Rührteig (roh): bis zu einem Monat

Einmal auftauen bitte

Einmal Aufgetautes kannst du wirklich wieder einfrieren – auch wenn viele anderes behaupten. Lebensmittel langsam und hygienisch im Kühlschrank auftauen ist am hygienischsten, die Reste legst du am Besten wieder schnell zurück ins Gefrierfach. Gründliches erhitzen nach dem auftauen verhindert auch, dass ihr Bakterien und Co. mitesst. Der übliche Test (Augen, Nase, Mund) hilft auch um die aufgetauten Lebensmittel auf Genießbarkeit zu testen.

Meine Tipps zum Auftauen

  • Gemüse am besten Tiefgefroren in die Pfanne oder in den Topf geben, dann bleiben die Nährstoffe am besten erhalten.
  • Obst besser im Kühlschrank, bei Zimmertemperatur oder in der Mikrowelle auftauen.
  • Brot am einfachsten bei Zimmertemperatur auftauen.
  • Frische Produkte, wie Milch, Käse, Fleisch und Fisch immer im Kühlschrank auftauen. Dann kannst du eine Keimvermehrung vorbeugen. Das Lebensmittel sollte dabei am besten nicht im Abtauwasser schwimmen, lege es z.B. in einen Sieb über eine Schüssel.

Mehr Infos zur richtigen Lebensmittel Lagerung: Quellen & Links

Hast du noch weitere Tipps was das Thema „Lebensmittel richtig lagern“ angeht?