Weltweit sterben die Insekten – schuld daran ist der Mensch, genauso wie unsere industrielle Landwirtschaft. Dabei brauchen wir die kleinen Insekten, um zu überleben. Ich möchte heute darauf aufmerksam machen und euch etwas zeigen: 5 Dinge, die wir für die Insekten tun können

Habt ihr auch das Gefühl, vor 5 bis 15 Jahren klebten nach einer Autofahrt viel mehr Insekten an der Frontscheibe als heute? Und das beim Picknick viel mehr Wespen und Fliegen um euch herum flogen? Ich denke ihr habt recht: Denn auch Wissenschaftler bestätigen, dass die Insektenbestände zurück gehen. Das ging in den letzten Monaten auch schon durch die Presse. Handlungsempfehlungen haben mir aber gefehlt.

Darum habe ich ein bisschen mehr zum Thema Insektensterben recherchiert und versuche euch 5 Dinge, die wir für die Insekten tun können an die Hand zu geben, damit wir gemeinsam Bienen schützen.

Recherche – Ergebnisse zum Insektenschwund

Anfang 2016 kam eine Studie des Weltbiodiversitätsrats IPBES zu dem Schluss, dass das Insektensterben ein weltweites Phänomen ist: Demnach nehmen gleichzeitig die Bestände und die Artenvielfalt der Insekten ab,

bis zu 40 % der Bestäuber seien vom Aussterben bedroht.

Weltbiodiversitätsrats IPBES , 2016

Auch in Deutschland beobachten Wissenschaftler den Rückgang: Laut WDR zählten sie beispielsweise in einem Naturschutzgebiet nahe Krefeld 80 % weniger Insekten als noch vor 30 Jahren. In der Nähe von Regensburg sind in den vergangenen 200 Jahren etwa 60 Prozent der Schmetterlingsarten verschwunden.

Und jetzt bestätigt eine neue Studie der TU München das Insektensterben nicht nur, sondern zeigt, dass es viel drastischer ist als bisher angenommen.

Neue Studie: Insektensterben drastischer als vermutet

Eine aktuelle Studie vom Oktober 2019 beobachtete Insekten zwischen den Jahren 2008 und 2017 an 150 Wiesen- und 140 Wald-Standorten und kam zum Ergebnis, dass in jährlich untersuchten Graslandschaften Biomasse, Populationsdichte und Artenzahl um 67%, 78% bzw. 34% zurückgingen.

Den größten Schwund stellten die Wissenschaftler auf den Grünlandflächen fest, in deren Umgebung Ackerland ist. Vor allem die Insekten, die keine großen Distanzen überwinden, verschwinden auf diesen Flächen. Das der Artenrückgang nur innerhalb von einem Jahrzehnt festgestellt werden kann – damit hätte ich nie gerechnet.

„Das ist erschreckend, passt aber in das Bild, das immer mehr Studien zeichnen.“

 Wolfgang Weisser, Professor für Terrestrische Ökologie an der TUM

Die Ursachen für das Insektensterben

Weltweit Gefährdet werden Insekten durch mehrere Faktoren, die fast alle mit uns Menschen zu tun haben. Dazu gehören die schwindende Pflanzen – Vielfalt auf den Feldern durch Monokulturen, genauso wie die Umweltverschmutzung, das Schrumpfen ihrer Lebensräume und der Einsatz von Pestiziden in unserer industriellen Landwirtschaft.

Vor allem die sogenannten Neonicotinoide, eine Gruppe von Insektiziden, scheinen den Insekten zu schaffen zu machen. Wissenschaftler zeigten, dass Bienen, die mit dem Insektizid in Kontakt kamen, danach Orientierungsprobleme hatten. Nur die Hälfte fand den Weg zurück in ihren Bienenstock.

Auch in Naturschutzgebieten und im Wald verschwinden Insekten. Diese Rücktzugsorte reichen also nicht aus. Grund dafür ist, dass sie oft zerstückelt sind oder für die Insekten zu weit auseinander liegen.

Mit welchen Folgen müssen wir rechnen, wenn die Insekten aussterben?

Auch wenn wir Insekten bei Gartenpartys erstmal nicht vermissen, die Natur, das Klima und wir Menschen brauchen Insekten. Etwa 80 Prozent aller Wildpflanzen werden von Insekten bestäubt und etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel. Insekten sind zudem die Hauptnahrungsquelle für viele Wildtiere und sie sorgen dafür, dass organische Abfälle, Aas und Mist schnell verschwinden.

„Wenn uns die Fluginsekten fehlen, gerät die gesamte Nahrungskette in Gefahr: Blumen und Bäume werden nicht mehr bestäubt und Mauerseglern und Schwalben fehlt die Nahrungsgrundlage“

warnt Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des NABU Nordrhein-Westfalen, im Januar 2016.

Wenn sich das Insektensterben weiterhin so fort setzt, werden eines Tages frisches Obst und Gemüse zu seltenen und teuren Luxusgütern. Vögel, Frösche und andere kleinere Wildtiere, werden aussterben weil ihnen das Futter fehlt und in der Folge davon werden größere Tiere aussterben.

Herumliegendes, vermoderndes Aas könnte Krankheiten verbreiten und von Kuhmist würde mehr klimaschädliches Lachgas ausgestoßen werden, wenn er länger auf der Wiese liegt. Das werden über kurz oder lang die Folgen vom Insektensterben sein.

5 Dinge, die wir für die Insekten tun können

5 Dinge, die wir für die Insekten tun können

Und weil ich finde, dass die Politik in dieser Sache zu zögernd eingreift und viele konventionellen Landwirte sich auch nicht diesem Thema annehmen, habe ich 5 Tipps für euch, die wir selbst umsetzen können, um Insekten Schutz und Lebensraum zu schaffen.

1. Bio – Lebensmittel einkaufen

Bio-Lebensmittel werden nicht mit gefährlichen synthetischen Pestiziden und Düngern behandelt. Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft schadet die Bio-Landwirtschaft den Insekten nicht mit giftigen Spritzmitteln.

Viele kleinere Bio-Höfe führen Fruchtwechsel durch und lassen Flächen immer wieder brach liegen. Insekten haben dadurch einen vielfältigeren Lebensraum als auf Flächen von großen konventionellen Betrieben.

2. Natürlichen Pflanzenschutz verwenden

Künstliche Pflanzenschutzmittel und Dünger sind keine gute Idee. Genauso wie bei der Bio-Landwirtschaft könnt ihr auch im eigenen Garten natürlichen Pflanzenschutz verwenden. Wenn ihr eure Pflanzen vor Schädlingsbefall schützen wollt, setzt natürliche Methoden ein. Das können Nützlinge sein, pflanzenbasierte Unkrautvernichter und Dünger oder mechanischen Methoden.

3. Insektenhotels aufstellen

Weil es für wild lebende Insekten schwieriger wird, natürliche Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten zu finden, sind „Insektenhotels“ im Garten, im Hinterhof oder auf dem Balkon eine gute Idee.

Die kleinen „Häuschen“ bestehen aus Holz, Baumrinde, Bambus, Schilfrohr, Steinen und Zapfen – bietet eine möglichst natürliche Unterkunft für Insekten wie Hummeln, Wildbienen, Marienkäfer, Florfliegen, Ohrwürmer oder Schmetterlinge. Die Insekten können die Hotels als Nist- und als Überwinterungshilfe nutzen.

5 Dinge, die wir für die Insekten tun können

4. Blumig buntes Chaos im Garten zulassen

Perfekte Gärten mit sauber gemähtem Rasen, akkurat gestutzten Buchshecken und aussschließlich Geranien in Kübeln bieten Insekten kaum Lebensraum und Nahrung – solche Gärten tragen genau genommen sogar zum Insektensterben bei.

Insekten brauchen Vielfalt: Säe Wildblumenwiesen, pflanze heimische Stauden, Sträucher und Hecken und lasse deinen Garten ruhig ein bisschen wild und unordentlich, dann finden Insekten und Vögel Nahrung und Lebensraum.

5. Auf giftige Mückensprays verzichten

Wenn ihr lästige Insekten aus der Wohnung oder von der Terrasse vertreiben wollt, greift besser nicht zum gifitgen Spray. Die sind nicht nur tödlich für die Insekten, sondern auch nicht gut für uns.

Mücken, Wespen & Co. kannst du mit natürlichen Mitteln fernhalten, die den Tieren keinen Schaden zufügen. Mit bestimmten Pflanzen und Kräutern, ätherischen Ölen oder Kaffee kannst du lästige Insekten auf natürliche Art los werden.

Welche Tipps fallen dir noch ein? Welche 5 Dinge, die wir für die Insekten tun können fehlen in meiner Liste? Lass mir deine Ideen und dein Wissen in den Kommentaren da.


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