Ich will dir hier nicht erzählen, wie du die Welt retten kannst. Aber ich möchte dir zeigen, dass wir mehr tun kannst, als du ahnst um unser Leben nachhaltiger zu gestalten. Dafür habe ich dir in vier Blogposts insgesamt 87 Tipps zusammengestellt, die du ganz einfach in deinem Leben umsetzen kannst.

Lassen wir uns nicht von Geschwafel aufhalten, sondern starten gleich mal durch.

Eine kleine Erklärung noch zu Beginn: Ich habe versucht, die Tipps in sinnvolle Kategorien zu ordnen. Vollständig sind sie aber deshalb nicht. Dir fällt bestimmt noch viel mehr ein, wie du dein Leben und damit auch deine und unsere Umwelt gestalten kannst.

Hier kommt Teil 3 dieser vierteiligen Blogpost-Reihe für dich.


Gesunde und umweltbewusste Ernährung

51. Bio aus dem Supermarkt

Bio ist leider nicht gleich Bio. Nationale und europäische Regierungsbehörden wirken bei diesem Chaos genauso mit, wie die Industrie. Es gibt unterschiedlichste Bedeutungen, Regelungen und Siegel. Es kommt ganz darauf an, was du kaufen möchtest. Ein Bio-Siegel kann ein vertrauenswürdiges Siegel, ein geschützter Begriff oder ein sinnfreies Marketing-Kalkül sein.

Was Bio bedeutet ist dir sicher klar: Biologische Herstellung heißt, dass keine künstlichen Elemente in die Wertschöpfungskette geraten. Alle Rohstoffe und die Produktion sind natürlich. Das Wort ökologisch bedeutet das selbe, beschreibt aber mehr die ökologische Landwirtschaft.

Die Definition ist also eindeutig, das Problem liegt darin, dass „natürlich“ oder „künstlich“ Auslegungssache sind. Zumindest solange es keine klaren, gesetzlichen Regelungen gibt.

Bei Bio-Lebensmitteln gibt es zum Glück klare Auflagen in der Produktion und Verarbeitung.

Bio ist bei Lebensmitteln ein geschützter Begriff. Das bedeutet, dass du dich bei Bio-Lebensmitteln darauf verlassen kannst, dass sie wirklich Bio sind.

Aber Nahrungsmittel sind in der EU die einzige Kategorie, in der Bio (und Öko) tatsächlich ein geschützter Begriff ist. Bei anderen Produkten wird dieser Begriff und das Vertrauen in ihn ausgenutzt.

Also hinterfrage andere, vermeintliche Bio-Produkte im Supermarkt.

52. Demeter

Siegel © Demeter

Siegel © Demeter

Demeter-Produkte stammen aus Betrieben, die sich dem Öko-Landbau strengeren Kriterien als den EU-Standards verpflichtet haben. Die wichtigesten Kriterien ist die Gesamtbetriebsumstellung auf Bio, Strikte Vorgaben zu Pflanzenschutzmitteln und weniger Zusatzstoffe in Lebensmitteln. Genauso wie weniger Tiere pro Hektar, Verbot der Enthornung und die maximale Entfernung zu Schlachthöfen von 200 Kilometer. Die artgerechte Haltung hat leider weiterhin einen gewissen Definitionsspielraum.

Die Betriebe werden regelmäßig kontrolliert. Verlaufen die Kontrollen positiv, wird das Siegel vergeben.

Ähnliche Kriterien haben auch Bioland und Naturland. Die Regelungen von Demeter gelten als die strengsten.

53. Bioland

Siegel © Bioland

Siegel © Bioland

Bioland ist der größte Anbauverband in Deutschland. Dieser Verband setzt sich für die Förderung und Weiterentwicklung des organisch-biologischen Landbaus ein. Ziel ist es, den Boden zu pflegen und langfristig dessen Fruchtbarkeit zu erhalten. Bioland legt zudem Wert auf Regionalität.

Das Siegel basiert auf hohen ökologischen Standards und hat ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem.  Bei der artgerechten Haltung liegt Bioland vorne, trotzdem leben Hühner nicht frei und Kühe nicht auf der großen Weide.

54. Naturland

Siegel © Naturland

Siegel © Naturland

Naturland gehört, neben Demeter und Bioland zu den wichtigsten Siegeln für Ökolandbau. Das Label besteht seit 1982, mit dem Ziel ökologischen Landbau weltweit zu fördern.

Das Label setzt bei Anbau und Verarbeitung von Nahrungsmitteln auf hohe ökologische Standards. Es berücksichtigt soziale Aspekte, wie den Ausschluss von Kinderarbeit oder die Wahrung der Menschenrechte.

55. Saisonal einkaufen

Achte bei deinem Einkauf nicht nur auf die drei oben genannten wichtigen Siegel, sondern auch darauf welche Früchte und Gemüse der aktuellen Saison entsprechen. Im Winter Erdbeeren mit dem Flugzeug heranzuschaffen und zu kaufen ist nicht nur unökologisch, sondern auch total unnötig und einge große Energieverschwendung.

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56. Pestizide

Pestizide befinden sich in vielen essbaren Pflanzen. Durch Putzen und Schälen entfernst du wenigesten die Pestizide auf der Oberfläche. Auch hier lebst du mit Saisongemüse besser, beispielsweise wird Salat im Winter mehr gespritzt als im Sommer.

57. Inhalte verpackter Lebensmittel

Was verpackte Lebensmittel tatsächlich enthalten kannst du auf dem Etikett nachlesen. Der Stoff mit dem größten Anteil steht an erster Stelle der Zutatenliste. Schau dir das Etikett aufmerksam an und entscheide dich erst dann, ob du es wirklich kaufen möchtest.

Ich persönlich achte immer darauf, dass ich nur Lebensmittel kaufe bei denen ich alle Zutaten verstehe, erst dann kann ich wirklich abschätzen was drin ist.

58. E-Nummern

Nicht alles was auf Dosen und Gläsern zu lesen ist, versteht man. Zusatzstoffe sind meist nur als E-Nummern aufgeführt. Hier findest du eine Liste mit allen E-Nummern.

Allgemein gilt für mich: Je weniger E-Nummern oder Zusatzstoffe sind angegeben, desto eher landet das Lebensmittel in meinem Einkaufskorb.

Kosmetik, Körperpflege und Gesundheit

59. Naturkosmetik

Echte Naturkosmetik ist erstens gesünder und zweitens umweltfreundlicher als herkömmliche Kosmetik. Zum Glück wird der Name nur noch selten missbraucht, aus Angst vor Image-Schäden. Genauso ist es bei Biokosmetik, die hohe Anteile an biologisch hergestellten Zutaten enthält. Siegel bringen dir Sicherheit.

Die drei wichtigsten Siegel sind:

Mehr zu den Siegeln findest du hier: BDIH, NATRUE, ECOCERT

60. Körperöle

Körperöle sollen die Haut vor dem Austrocknen schützen und sie pflegen. Bei meiner trockenen Haut wirken sie, vor allem in der kalten Jahreszeit, Wunder.

Ich kaufe Öle, die aus pflanzlichen Rohprodukten hergestellt wurden. Genauso gut geht auch gut gepresstes Speißeöl.

61. Sonnenbrand behandeln

Sonnenbrand steigert das Hautkrebsrisiko, dass weist du sicher schon. Schon ein schwacher Sonnenbrand strapaziert deine Haut. Auf die Schnelle hilft es, ein nasses Shirt überzuziehen. Erkälte dich dabei nicht. Naturjoghurt oder Kokosöl hilft auch, kühlt die geröteten Stellen und spendet Feuchtigkeit. Bei einem starken Sonnenbrand mit Blasen und tiefen Verbrennungen der Haut solltest du einen Arzt aufsuchen.

62. Rasieren

Viele meiner Bloggerkolleginnen empfehlen einen Rasurhobel, wie diesen hier*. Bisher brauche ich noch meine Kunststoffrasierköpfe auf. Anschließend freue ich mich aber schon genau diesen hier auszuprobieren.

Ein Vorteil ist, die gründliche Rasur und das der Rasurhobel relativ anwenderfreundlich (im Grunde wie ein gängiger Nassrasierer ohne Klingenschutz) funktioniert. Die Rasierklingen müssen hin und wieder ausgetauscht werden und sind viel günstiger und plastikfrei zu bekommen. Der ganze Rasierer ist recyclebar.

Der Nachteil ist, dass du etwas Übung brauchen wirst bis du mit ihm klarkommen wirst, da er keinen Klingenschutz hat.

63. Zahnbürsten

Bei Zahnbürsten besteht die Schwierigkeit darin, dass Naturborsten nicht so hygenisch sind, da sie hohl sind und sich darin Keime bilden können, die nicht so leicht abgespült werden können. Kunststoffborsten sind nicht hohl, dort gibt es dieses Problem nicht.

Leider gehört es auch zur Hygenie, dass man alle paar Monate eine neue Zahnbürste verwendet. Dadurch entsteht viel Müll. Idealerweise kannst du für deine Zahnbürste einen Wechselkopf kaufen oder dir diese Zahnbürste von Hydrophil* mit einem Bambusstiel kaufen.

64. Zahncreme

Zahncremes bekommt man auch in Reformhäusern oder Naturkostläden. Es muss also nicht die Chemietube aus dem Supermarkt sein. Zahnpasta in Naturkosmetik-Qualität gibt es schon lange. Auf Utopia findest du einige davon.

Wusstest du, dass man sich Zahncreme auch selbser anrühren kann? Hier habe ich dir eine Liste mit Rezepten für Zahnpasta verlinkt.

Ausprobieren möchte ich gerne mal, die als Naturkosmetik zertifizierten Denttabs-Zahnputztabletten*. Sie sind vegan und BDIH zertifiziert. Einen Versuch ist es wert.

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Fashion

65. Chemische Reinigung vermeiden

Kaufe möglichst Kleidungsstücke, die nicht chemisch gereinigt werden müssen. Nach der Reinigung enthalten die Textilien oft gesundheitsgefährdende Lösemittelrückstände. Zudem belasten chemische Renigungen die Umwelt besonders.

66. Neue Kleidung waschen

Wasche neue Kleidung bzw. neue Textilien bevor du sie das erste Mal benutzt. Auch wenn es sich um ungefärbte Stoffe handelt. Durch das Waschen verschwinden die Rückstände von Farbstoffen und Pestiziden.

67.  Naturtextilien

Konventionelle T-Shirts, Hosen, Jacken und Kleider werden durch Chemikalien gezogen, bevor sie in den Läden landen. Viele Kleidungsstücke bestehen zusätzlich aus umweltschädlichen Kunstfasern wie Polyester.

Bio-Kleidung und Naturtextilien werden aus natürlichen Materialen wie Bio-Baumwolle hergestellt. Bei der Herstellung von Bio-Kleidung werden so wenig umweltschädliche Stoffe wie möglich verwendet. Viele Hersteller setzen sich zudem für faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern ein.


In den Teilen eins, zwei und vier kannst du mehr zu diesen Themen lesen:

Ein wichtiges Schlusswort muss ich noch los werden: Ich bin absolut kein Ökomustermensch und die gibt es auch nicht. Lass dich also nicht einschüchtern, sondern versuch die Tipps umzusetzen, die du umsetzen kannst – so mache ich es auch. Die Natur und unsere Umwelt wird dir dafür dankbar sein.