Ich will dir hier nicht erzählen, wie du die Welt retten kannst. Aber ich möchte dir zeigen, dass wir mehr tun kannst, als du ahnst um unser Leben nachhaltiger zu gestalten. Dafür habe ich dir in vier Blogposts insgesamt 87 Tipps zusammengestellt, die du ganz einfach in deinem Leben umsetzen kannst.

Lassen wir uns nicht von Geschwafel aufhalten, sondern starten gleich mal durch.

Eine kleine Erklärung noch zu Beginn: Ich habe versucht, die Tipps in sinnvolle Kategorien zu ordnen. Vollständig sind sie aber deshalb nicht. Dir fällt bestimmt noch viel mehr ein, wie du dein Leben und damit auch deine und unsere Umwelt gestalten kannst.

Hier kommt Teil 1 dieser vierteiligen Blogpost-Reihe für dich.


Wasser

1. Duschen oder Baden?

Duschen natürlich. Baden braucht dreimal so viel Energie und Wasser wie eine 6-Minuten-Dusche.

2. Sparduschkopf

Den Sparduschkopf* bekommst du im Baumarkt und er ist ganz einfach an den Duschschlauch anschraubbar. Vergleicht man ihn mit einem herkömmlichen Duschkopf, verbraucht er nur etwa ein Drittel des Wassermenge.

3. Wundertüte: Durchflußbegrenzer

Der Durchflußbegrenzer* verringert die Wassermenge um ca. die Hälfte ohne, dass du das Gefühl hast, dass weniger Wasser fließt. Der Fließdruck bleibt dabei erhalten. Man schraubt ihn in das Gewinde des Wasserhahns oder ersetzt den Wasserhahn.

 

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4. Tropfender Wasserhahn

Wenn alle paar Sekunden aus einem undichten Wasserhahn ein Tropfen Wasser quillt, summiert sich das im Lauf der Jahre auf eine rießige Menge. Bei Toilettenspülungen merkst du es vielleicht gar nicht, dass die Verschlussventile lecken. Hier rinnt das Wasser fast unbemerkt raus, weil es nicht tropft sondern fließt. Die Reparatur lohnt sich.

5. Spartaste und Sparspülung

Heutzutage sollte sie in Deutschland eigentlich überall drin sein, aber in Altbauwohnungen sieht man sie immer noch häufig. Die herkömmliche einzelne Spültaste. Bei einer Toilettenspülung rauschen locker 9- 14 Liter Trinkwasser in den Abfluss. Oftmals viel zu viel. Neuere Spülkästen sind mit einer Spartaste ausgestattet, deren Drücken meist ausreicht. Auch damit kannst du Wasser einsparen.

6. Regenwasser für Waschmaschine, Toilette und Pflanzen

Wenn du die Möglichkeit hast eine Regenwasser-Sammelanlage zu haben, freust du dich über jeden Regen. Diese Anlage leitet das Regenwasser, dass auf dein Dach fällt in einen Speicher. Ausgestattet mit einem Filter und einer Pumpe kannst du dieses hervorragende Wasser zum Toilettenspülen, für deine Waschmaschine oder deine Pflanzen verwenden. Ok, man braucht in der Regel ein eigenes Haus und muss Geld in die Hand nehmen, um eine solche Anlage aufzubauen, aber es wird sich lohnen.

7. Regentonne

Die Regentonne ist ein viel einfacherer Speicher, die einfach unterhalb deines Regenfallrohres steht. Du bekommst die Tonne inkl. Deckel im Baumarkt und kannst das Wasser für deine Blumen und Pflanzen nutzen.

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Energiesparen

8. Zeitschaltuhren

Durchlauferhitzer und Nachtlampen, Fernseher und andere Standby-Geräte laufen ständig und unnötig? Dann statte sie mit Zeitschaltuhren aus. Nachts um 23 Uhr brauchst du doch kein warmes Wasser mehr und wenns draußen hell ist, kann dein Nachtlicht ausgehen. Stecke Zeitschaltuhren* einfach zwischen Steckdose und Gerätestecker und stelle die Zeiten ein in denen du die Geräte benötigt. So eine Schaltuhr kostet ca. 10€, aber das lohnt sich!

Ich nutze die Zufallsfunktion meiner Zeitschaltuhr, wenn ich im Urlaub bin. Zwischen 18.00 Uhr und 06.00 Uhr geht dann unterschiedlich oft und lange eine kleine Lampe mit sparsamem Leuchtmittel an. Es fällt dann nicht so sehr auf, dass ich nicht zu Hause bin.

9. LEDs und Energiesparlampen

LEDs und Energiesparlampen sind unglaublich sparsam. LEDs sind zudem deutlich langlebiger. Rüste einfach nach und nach deine Lampen um. LEDs gibt es inzwischen auch in einer Vielzahl an Formen und Größen.

10. Stromverbrauch beim Kühlschrank senken

Verdeckte oder verdreckte Kühlschlangen arbeiten nicht effektiv. Das erhöht den Strombedarf. Wenn du regelmäßig deinen deinen Kühlschrank hinten absaugst bzw. putzt, kann er gut kühlen.

Es reicht eigentlich aus, wenn du deinen Kühlschrank auf 7°C runter kühlst. Lege nur Kaltes in deinen Kühlschrank und lasse warme Lebensmittel bis auf die Zimmertemperatur abkühlen, bevor du sie in den Kühlschrank legst. Für das Kühlen braucht der Kühlschrank sehr viel Energie und es bildet sich mehr Kondenswasser, wenn du warme Gerichte in den Kühlschrank stellst.

11. Gefrierschrank regelmäßig abtauen

Eis im Gefrierschrank kühlt diesen? Nein, das Eis entsteht, wenn warme Luft in den Gefrierschrank gerät, kondesiert und zu Eis wird. Das Eis bildet eine Schutzschicht, die die Kühlung behindert. Taue regelmäßig deinen Gefrierschrank ab, um Energie zu sparen. Klar, abtauen und wiederabkühlen kostet auch viel Energie, aber du sparst in Summe trotzdem Energie (und Platz), sobald du deine dicken Eisplatten abgetaut hast.

12. Deckel drauf!

Lege beim Kochen wenn möglich immer einen Deckel auf deinen Topf. Du sparst gegenüber einem offenen Topf ca. 30% Energie und deutlich an Kochzeit. Wenn du einen Glasdeckel hast, kannst du auch sehen, wie weit deine Mahlzeit ist 😉

13. Der richtige Topf

Hast du schonmal was von Dampfdrucktöpfen* gehört? Sie kochen unter Druck und dein Essen ist schneller gar. Sie sparen durch die verkürzte Kochzeit 40% Energie. Probier so einen Topf doch einfach mal aus.

Aber lasse ihn abkühlen, bevor du ihn öffnest. Falls nicht, verteilt sich deine Mahlzeit in deiner kompletten Küche.

14. Nachwärme nutzen

Gerade elektrische Kochplatten und Backofen heizen noch eine Weile nach. Schalte sie einfach rechtzeitig aus und nutze die Nachwärme.

15. Mikrowelle nutzen

Wenn du nur einzelne Portionen aufwärmen willst, lohnt sich eine Mirkowelle. Erst ab etwa 500g Lebensmittel lohnt es sich den Herd zu nutzen.

16. Thermoskanne einsetzten

Du brauchst lange, um deine Kanne Tee zu trinken und machst dir einen Neuen sobald dein erster kalt ist? Dann investiere in eine Thermoskanne. Eine gute hält deinen Tee den ganzen Tag brühend heiß.

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Müll

17. Jute statt Plastik

Die Herstellung einer Plastiktüte braucht viermal so viel Energie, wie die Herstellung eines Jutebeutels*. Eine Jutetasche hält aber sehr viel länger und du kannst sie einfach immer in deine Tasche oder deinen Rucksack stecken, für den Fall dass du noch spontan etwas einkaufen musst. Jutefasern sind Pflanzenfasern, die kompostierbar sind.

18. Obst-/Gemüsetüten

Im Supermarkt bekommt man Obst und Gemüse in Tüten, nur um das Ettiket aufzukleben. Auf Bananen oder Auberginen kannst du das Ettiket aber auch direkt kleben.

Wenn du mehrere Obst oder Gemüsesorten kaufen willst, wiege sie ohne Tüte ab, legen die unterschiedlichen Sorten in eine Tüte und klebe alle Ettiketen auf die eine Tüte drauf. Dann kannst du Tüten sparen.

Sehr leicht und viel stabiler als die Plastiktüten, sind diese Stoffbeutel*, die unter fairen Bedingungen hergestellt und verarbeitet wurden. Gemüse und Obst kannst du auch da rein packen.

19. Konservendosen

Kaufe so wenig Dosen wie möglich, um deinen Müll zu reduzieren. Frisches Obst und Gemüse sind sowieso gesünder.

20. Kunststoffe

Klarsichtfolien, Joghurtbecher, Plastikflaschen und Weichspüler. All das besteht aus Kunststoff und ist aufwendig aus Erdöl hergestellt. Es verrottet schlecht und sondert bei der Müllverbrennung Gifte ab. Deswegen, kaufe so wenig wie möglich verpackte Lebensmittel oder lasse unnötige Verpackungen im Laden zurück.

21. Leder ist Sondermüll

Lederabfälle gehören in den Sondermüll. Beim Gerben gelangt Chrom in das Leder, dieses Schwermetall sollte nicht in Müllverbrennungsanlagen oder auf Deponien gelangen.

22. Glas-Abfall

Eine Ein-Liter-Mehrwegflasche transportiert in ihrem Leben so viel Flüssigkeit wie 90 Einwegdosen. Das sollte doch Grund genug sein, nur noch Getränke in Glasflaschen zu kaufen. Schöne Glasflaschen zum Mitnehmen gibt es zum Beispiel hier.

23. Das kommt ins Altpapier

Zeitungen, Zeitschriften, saubere Papiertüten, Packpapier, Briefumschläge, Ausdrucke und Broschüren gehören in die Altpapiertonne.

Bei Briefumschlägen sollte man das Sichtfenster herausreisen. Das Sichtfenster besteht meist aus Polystyrolfolie oder Cellophan und muss aus dem Altpapierbrei bei der Altpapierverwertung herausgefischt werden.  Das verteuert das Verfahren. Nur Sichtfenster aus Pergaminfenster kann ins Altpapier. Das Pergamin erkennt man daran, dass es milchiger ist.

24. Das kommt nicht ins Altpapier

Fotos, Ansichtskarten, Pergamentpapier, verschmutztes Papier und die oben beschriebenen Schutz- und Fensterumschläge gehören nicht in die Altpapiertonne.

25. Briefkastenwerbung stoppen

Unaufgefordert bekommt jeder von uns Prospekte und Flyer in den Briefkasten. Ein Aufkleber mit der Aufschrift „Bitte keine Werbung“ spart dir jede Menge Müll.

26. Geschenke verpacken

Müssen Geschenke in Glanzpapier und mit Kunststoffbändern verpackt werden? Nein, finde ich nicht. Packpapier gibt es inzwischen auch schon bedruckt oder du verzierst es einfach selbst.

Anstatt Packpapier zu kaufen, kannst du Geschenke auch in alte Zeitung verpacken. Zum Beispiel in die Zeitung mit dem Geburtsdatum. Mit Farben oder Stempeln kannst du die Zeitung aufhübschen.

Als Geschenkband bieten sich Stoffreste oder gewebte Bänder oder Garne an.

27. Medikamente

Jedes Jahr landen tausende Tonnen Arzneimittel im Müll. Medikamente enthalten oft Stoffe die umweltgefährdend sind. Deswegen sollten Medikamente in die Apotheken zurück gebracht werden. Vielleicht kannst du dir, anstatt der „Chemiekeulen“, auch sanftere Heilmittel verschreiben lassen.

28. Öl und Fett

Öl und Fette, die nach dem Braten, Frittieren oder Fondue machen übrig bleiben, gehören nicht ins Waschbecken oder in die Toilette. Sie verkleben die Rohre. Verpacke die Reste besser in geschlossenen Gläsern oder in Flaschen und werfe sie so in den Hausmüll.

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In den Teilen zwei, drei und vier geht es mit diesen Themen weiter:

Ein wichtiges Schlusswort muss ich noch los werden: Ich bin absolut kein Ökomustermensch und die gibt es auch nicht. Lass dich also nicht einschüchtern, sondern versuche die Tipps umzusetzen, die du umsetzen kannst – so mache ich es auch. Die Natur und unsere Umwelt wird dir dafür dankbar sein.