Fairtrade-Siegel für Produkte gibt es viele. Und kaum jemand blickt wirklich durch: Welches Siegel ist glaubhaft? Auf welches sollte man achten?

In diesem Artikel erkläre ich dir was Fairtrade bedeutet und auf welche Fairtrade-Siegel du beim Einkauf achten kannst. Eigentlich ist es ganz einfach deinem Warenkorb fairer und nachhaltiger zu füllen.

Definition: fairer Handel

Die Definition des Fairen Handels ist im FINE-Grundlagenpapier festgehalten:

„Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair Handels-Organisationen engagieren sich (gemeinsam mit VerbraucherInnen) für die Unterstützung der ProduzentInnen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels.“

Im Jahr 2001 wurde diese Definition festgelegt und herausgegeben, von vier Dachorganisationen des Fairen Handels – FLO, IFAT (jetzt: WFTO), NEWS ! (2008 aufgelöst) und EFTA.

Das FINE-Grundlagenpapier kannst du dir hier genauer anschauen: FINE Grundlagen-Papier

Fairtrade-Siegel

TransFair – FAIRTRADE

Fairtrade-Siegel

Fairtrade-Siegel

Das internationale Fairtrade-Siegel von der Fairtrade International (FLO) kennst du bestimmt. Du hast sicher auch schon Produkte mit diesem Siegel eingekauft. Sogar Aldi hat Honig und Kaffee mit diesem Siegel im Angebot. Es ist das bekannteste Label für fair gehandelte Produkte. Es ist eigentlich DAS Siegel für den Fairen Handel.

Wird ein Artikel mit diesem Siegel ausgezeichnet, erfüllt es alle Bedingungen der Fairtrade-Standards. Die Zertifizierung gilt  nur  für das Produkt, nicht für die Hersteller-Firma.

Ein Fairtrade-Siegel entspricht nicht einem Bio-Siegel, auch wenn fairtrage Produkte oft auch bio sind.

„fair+“ der GEPA

fair+

fair+

Das Logo „fair+“  tragen einige der Produkte des Fair Trade Unternehmens GEPA. Damit soll darauf hingewiesen werden, dass zusätzliche Länderzuschlage für Kaffeebauern oder Beratungen bei der Bio-Umstellung unterstützt werden. 17 Bedingungen müssen für das  „fair+“- Siegel erfüllt werden. Eigentlich ist das fair+ aber kein offizielles Siegel, es ist ein Firmenlogo.

GEPA

GEPA ist der größte Importeur für fair gehandelte Waren.  Die GEPA handelt auch mit anderen Artikeln, für die es bislang noch keine offiziellen Fairtrade-Standards gibt, z.B. mit Kunsthandwerk. Streng genommen ist also nicht alles von GEPA Fairtrade.

Rainforest Alliance

Rainforest Alliance

Rainforest Alliance

Das Gütesiegel der Rainforest Alliance (RA) wird vergeben, wenn ein Produkt die Kriterien der Nicht-Regierungsorganisation „Netzwerk für eine Nachhaltige Landwirtschaft“ (SAN) erfüllt. Der Umweltschutz und die Förderung der Artenvielfalt sind die wichtigsten Kriterien für das Siegel. Kaffee, Kakao, Bananen, Zitrusfrüchte, Blumen und Grünpflanzen können mit diesem Siegel ausgezeichnet werden.

BanaFair

BanaFair

BanaFair

BanaFair ist eine Non-Profit-Organisation für die Entwicklungszusammenarbeit. Vor allem vertreibt die NGO Bananen von Kleinbauern aus Lateinamerika und unterstützt dort zahlreiche soziale Projekte. Sie fördern die Organisation von Bildungs- und Öffentlichkeitskampagnen und machen Lobbyarbeit. BanaFair arbeitet auch eng mit dem Naturland Verband zusammen.

Naturland Fair

Naturland Fair

Naturland Fair

Mit dem neuen Siegel des Verbands für ökologischen Landbau werden ökologische „Fair-Handels“ – Kriterien geprüft. Die Naturland Fair Richtlinien wurden gemeinsam mit der GEPA, dwp und BanaFair entwickelt. Die Fairtrade-Standards der FLO werden dabei auch eingehalten.

Das Siegel bietet einzelnen Bauern oder Händlern die Möglichkeit, ihre Produkte zertifizieren zu lassen.  Naturland ist einer der größten Verbände, die den ökologischen Anbau fördern.

Fair-Trade im Weltladen

Weltladen

Weltladen

In den deutschlandweit um die 800 Weltläden, gibt es ein großes Sortiment an Fairtrade- Produkten: Lebensmittel, Handwerk, Schmuck und Spielzeug. Die Weltläden sehen sich al NGO, denn die Gewinne bleiben im Laden und werden für den Ausbau des Ladens, für Info- Veranstaltungen oder für Schulungen ausgegeben.

Fairtrade im Supermarkt

Fairglobe

Fairglobe

Auch Aldi und Co. haben inzwischen Fairtrad-Produkte in ihren Regalen. Bei Lidl werden Sie unter der Eigenmarke FAIRGLOBE geführt. Bei Aldi unter der Eigenmarke ONE WORLD. Beide Discounter sind Lizenznehmer von TransFair e.V. und somit tragen ihre Produkte neben dem Markennamen auch das Fairtrade-Siegel. 

Inzwischen muss man also nicht mehr für jedes Fairtrade-Produkt in den Weltladen, sondern kann beim Wocheneinkauf auf faire Produkte zurück greifen.

 

Jetzt weißt du schon ziemlich viel über die gängigen Fairtrade-Siegel. Du wirst sehen, beim nächsten Einkauf fallen dir die Logos auf. Es ist ganz einfach dein Leben schnell und ohne großen Aufwand nachhaltiger und fairer zu gestalten.

Liebe Grüße und viel Erfolg beim Fairtrade-Siegel finden,
Christine