Was ist nachhaltiger? Was ist besser? Fair Fashion oder Second Hand?

Gerade jetzt wo ich noch ziemlich am Anfang meiner Reise in ein Nachhaltiges Leben stehe, habe ich mir diese Frage schon oft gestellt.

Jetzt habe ich die Zeit gefunden, mehr darüber zu recherchieren. Dabei habe ich aber keine klare, einfache Antwort auf diese Frage gefunden. Sie ist viel zu vielschichtig.

Bei den Jungs von rethinknation habe ein Video zu diesem Thema gefunden und auch Sabine hat auf ihrem Blog A hungry mind bereits darüber geschrieben.

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Ich habe dann noch weiter recherchiert und diese Pro-Contra-Liste erstellt:

 

Vorteile von Second Hand

  • Second Hand ist meistens günster.
  • Es wird kein neues Material verwendet. Das heißt es kommt auch kein neues Material in Umlauf, Ressourcen werden geschont und weniger Müll wird produziert.
  • Entspanntes Stöbern in Second Hand Läden macht Spaß 🙂

Vorteile von Fair Fashion

  • Faire Kleidung ist trendiger.
  • Die Qualität ist höher und man kann die Kleidungsstücke reklamieren.
  • Faire Kleidung zu kaufen, schafft Arbeitsplätze und unterstützt aktiv die nachhaltigen Werte in der Industrie.
  • Nachhaltigkeit wird cool. Wenn (wir) faire Labels hypen, kommen sie im Mainstream an.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass ein tolles Teil in deiner Größe da ist, ist größer.
  • Kleidung kann online bestellt und falls sie nicht passt auch wieder zurück geschickt werden.

Nachteil von Second Hand

  • Second Hand Kleidung zu finden braucht mehr Zeit.
  • Man bewirbt unabsichtlich Marken, die man sonst nicht untersützen würde.
  • Auf dem Land gibt es wenige Second Hand Läden. Teile die man über Online-Tausch-Brösen wie Kleiderkreisel bestellt, können nicht zurück gesendet werden.
  • Die Veränderung, dass du nur noch Second Hand trägst, ist nach außen kaum sichtbar.

Nachteile von Fair Fashion

  • Faire Kleidung ist teurer.
  • Die vielen Fair Fashion Angebote verleiten zu Überkonsum.

Wie du bemerkt hast, ist eine klare Antwort darauf, was besser ist kaum möglich.

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Für die Umwelt wäre es wahrscheinlich am besten, wenn wir nur noch Second Hand kaufen und keine neue Kleidung mehr produziert werden muss. Denn wir haben mehr als genug davon.

Für die Menschen wäre das nicht gut, da Tausende Arbeitsplätzer verloren gingen. Die Menschen brauchen Arbeit um Überleben zu können. Und menschenunwürdigen Bedingungen werden in Bangladesh und Co. unsere billigen Kleidungsstücke produziert. Deswegen müssen wir Labels stärken, die ihre Kleidung fair produzieren und den Menschen ein lebenswürdiges Leben gewährleisten.

Deswegen werdet ihr hier immer wieder Fair Fashion und aber auch Second Hand sehen. Ich möchte die Fairen Labels unterstützen, am liebsten so richtig krass hypen. Und ich kann mich ehrlich gesagt auch nicht dazu durchringen eine klare Antwort zu geben. Für mich ist eine Mischung aus Second Hand und Fair Fashion am Sinnvollsten.

Dabei möchte ich aber nicht in Kaufrausch oder in hohen Konsum verfallen. Andererseits auch nicht die Message verbreiten, dass ein Paar Schuhe ausreicht und man sich gar nichts mehr gönnen kann. Ich werde auch nicht meine „Fast-Fashion-Teile“ von früher rauswerfen. Denn Nachhaltigkeit bedeutet für mich, dass ich diese Teile, die ich leider schon gekauft habe, so lange tragen werde wie möglich.

Im Endeffekt ist es wichtig eine Balance zwischen Mensch und Umwelt zu finden. Second Hand Kleidung und ein paar Fair Fashion Teile, die dein Outfit aufwerten, werden dann zu einem guten Mix.

Meine Antwort: Ich gehe den Mittelweg. Und du?